War was?

:: Die Woche :: 31.08. - 06.09.2007

Keine Gebühren für Hochbegabte - Auch Sachsen ist im Westen angekommen - Griechenlands Regierung definiert den Terror neu - Dialektik demokratischen Alltags: Gül neuer türkischer Staatspräsident - Frauen wieder besser

Keine Studiengebühren - für etliche deutsche Haushalte dürfte das ein besonderer Grund zur Freude sein. Nun, die Universität Freiburg macht dieses Geschenk möglich: für jene, die per Test ihre besondere Intelligenz (mindestens IQ 130) nachweisen können oder schon als Stipendiaten ausgewählter Stiftungen gefördert werden. Unabhängig von der Kritik an IQ-Tests und deren verschiedenen Definitionen von Intelligenz mutet das kurios an: mit besonderen Fähigkeiten Beschenkte werden für diese Fähigkeiten belohnt.

 

Sachsen ist im Westen angekommen. Könnte man sagen. Nachdem Sachsens Landesbank ebenso wie einige andere Banken das Geld ihrer Anleger in hochspekulativen Immobilienfonds versanden liess, war sie binnen eines Tages ein kleiner Fisch im riesigen Becken der Übernahmen. Und auch diese Episode ist ein Beispiel über die Virtualität von Werten und ihrer Abbildung in barer Münze. Galt die Sachsen LB vor der Hypothekenkrise als Übernahmekandidat für die WestLB zum damaligen Gebot von 2,5 Mrd. €, ist sie jetzt für das Handgeld von 300 Mio. € an die Landesbank Baden-Würtembergs gegangen.

 

Nach den letzten 6 Jahren haben wir immer wieder neue Varianten des Terrors durch Extremisten kennen lernen müssen. Die griechische Regierung behauptet nun, die verheerenden Brände im Mittelmeerraum und vor allem auf dem Peleponnes wären eine neue Spielart des Terrors. Im Vorfeld der Wahlen im September und der Frage nach der Verantwortung für die Zerstörungen kommt nun ein Dritter, Unbekannter in die Diskussion, der als Projektionsfläche wohl für alle Versäumnisse und Unzulänglichkeiten herhalten darf.

 

Abdullah Gül ist neuer türkischer Präsident. Das war unvermeidlich, sollte nicht die eigentlich junge Demokratie in Frage gestellt werden. So wurde einer demokratisch gewählt, dem unterstellt wird, fundamentalistisch also nicht demokratisch zu sein. Der als kluger und beharrlicher Verfechter des Beitritts der Türkei in die Europäische Union gilt. Der im Beginn seiner politischen Karriere als Mitglied der Wohlfahrtspartei und später als Sprecher der Regierung deutlich Position gegen die Trennung von Religion und Staat vertrat und der in seinen ersten Verlautbarungen als Präsident der Türkei deutlich machte, dass die Trennung von Staat und Religion unangetastet bleiben wird.

 

Und zum guten Schluss: Frauen sind wieder besser als die Männer. Jedenfalls im Sport. Die Frauen-Hockey-Nationalmannschaft gewann in einer spannenden Party die Europameisterschaft im Spiel gegen die Mannschaft der Niederlande. Nicht allein, dass dies die vierte Begegnung der beiden Mannschaften war und dabei die erste, die die deutschen Frauen für sich entscheiden konnten. Die Männer verloren gegen ihren Angstgegner Spanien ihr Spiel zum Einzug ins Finale ebenso wie das Spiel um den dritten Platz und die direkte Qualifikation zur Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking 2008.