Anderswo

Ehefrauen und anderer Elektroschrott

Frauen und andere Playstations können für Männer zum Problem werden. Erst möchte man sie unbedingt haben. Dann ist ein neues Modell in Sicht. Und plötzlich hat man ein Entsorgungsproblem, unter anderem weil das Scheidungsrecht so gemein zu den Männern ist, wie Ex-Fußballstar Thomas Strunz beim letzten Sabine Christiansen-Talk befand.

Von: Gabriela Häfner, Foto: photocase.com

vom 23.03.07

Vielleicht sollte man Thomas Strunz seine Worte nicht so übel nehmen. Schließlich ist er nicht nur ein Mann, sondern auch noch Fußballer und Betroffener – und in diesem Sinne vermutlich dreifach mit Blindheit geschlagen. Teamkollege Stefan Effenberg spannte ihm die Ehefrau aus. Seitdem weiß Strunz, dass eine Scheidung eine kostspielige Angelegenheit sein kann.

 

Allerdings nicht nur für Männer, wie der Ex-Nationalfußballspieler neulich als Talkgast bei Sabine Christiansen nahezu legen versuchte. Von einer „Unterhaltsknechtschaft“ war hier die Rede, von der Männer sich befreien müssten. Diskutiert wurde nämlich über Ehe und Scheidung und die Pläne der großen Koalition, Ansprüche von geschiedenen Partnern künftig anders zu regeln.

 

In der Tat könnte da manches Sinn machen: Schließlich liegt die Patchwork-Familie ebenso im Trend wie der „Lebensabschnittsgefährte“. Was soviel meint wie: Das Leben ist oft komplizierter, als vom Gesetzgeber derzeit leider vorgesehen. Aber das alles hat wenig zu tun mit den Argumenten, die Thomas Strunz in die Runde warf. Er sei ein „Verfechter der Ehe“, so bekundete er. Und deshalb mittlerweile auch schon wieder verheiratet. Allein dieses Versorgungsproblem, das an den Männern hängen bliebe – das störte.

 

Nun ja, auf dem Bolzplatz geht es anders zu: Formtief? Ab auf die Bank! Im Scheidungsrecht geht es nicht so zu. Da sind Frauen nicht ohne weiteres schnell auswechselbar, wenn die Ehe in ein Formtief gerät. Und auf die Bank schicken? Die Banken husten den Frauen was. Schließlich wollen die auch nicht zahlen, wenn der Job fehlt oder wenig Geld bringt. Was nicht selten vorkommt in einem Land, das auf Hausfrauen setzt, um Kinder groß zu bekommen

 

Aber dem Kicker Strunz Strunz schien es an Einsichten dieser Art zu fehlen: Wenn man heute einen Fernseher kaufe, wolle man nach drei Jahren einen neuen, so sein Argument gegen ein vermeintlich heillos weltfremdes Unterhaltsrecht. Ach so. Wie konnten wir das vergessen? Die Frau – auch nur eine kleine technische Herausforderung unter vielen anderen. Für so echte Kerle wie Strunz jedenfalls. Wer prägte noch mal dieses Wort - „strunzdoof“?  

 

Wer den Sabine Christiansen-Talk verpasst hat und dennoch den Unterhaltungswert einer Diskussion über Unterhaltsansprüche in Essenz haben möchte, klickt hier >>