Fürs Auge

Jahresrückblick

Damit können Frauen nicht zufrieden sein. Aber Männer auch nicht.

Stark und vielseitig? Oder wieder nur beschränkt? Das "Representation Project" beleuchtet, wie heutzutage Frauen in den Medien dargestellt werden. Und kommt in ihrem Rückblick auf das Jahr 2014 zu einem ernüchternden Ergebnis. Auch wenn es durchaus große Momente für Frauen in Film und TV-Business gab, sind gleichzeitig Sexismus - teils auf herabwürdigende Weise - und der gewohnte Griff in die Klischeekiste immer noch allgegenwärtig: Frauen werden auf die sexy, einfältige Nebenrolle reduziert und müssen sich häufig mit der Beschränkung auf ihr Äußeres zufriedengeben.

 

Limitierende Bilder

 

Das Video "Demand better Media" spricht Bände. Es zeigt unter anderem wie hier Sofia Vergara bei den "Emmy Awards" als Objekt der Begierde herzuhalten hat. Der Film endet bezeichnenderweise mit dem Aufruf: "Let's make 2015 different".

 

 

 

Schon seit Jahren weist die Organisation "The Representation Project" darauf hin, woran es in den gängigen Medien mangelt: An Frauen mit Macht und Einfluss. Bereits 2011 hatte sie - damals noch unter dem Namen "Miss Representation" - eine 90-minütige Dokumentation darüber gedreht, die immer noch brandaktuell ist.

 

Schimpfwort "Weichei"

 

Inzwischen benannte sich die gemeinnützige Organisation um in "The Representation Project". Sie hat ihre Ziele ausgedehnt, da sie erkannte, dass es nicht nur Frauen sind, deren Möglichkeiten durch Stereotype eingeschränkt werden, sondern Männern es ebenso geht: Der Vater, der als "Weichei" verspottet wird, weil er sich um seine Kinder kümmert. Der Junge, der nichts mit der gängigen Rolle des "harten, kämpferischen Machos" anfangen kann, sich aber unter Druck fühlt, sie auszufüllen. Was betrachten wir eigentlich als "Männlichkeit"? Um hierauf aufmerksam zu machen, drehte "The Representation Project" einen neuen Film, der mit bemerkenswerten Aussagen von Teenagern beeindruckt. 

 

Die Organisation sagt über sich selbst: "The Representation Project inspires individuals and communities to challenge and overcome limiting gender stereotypes so that everyone, regardless of gender, race, class, age, sexual orientation or circumstance can fulfill their potential."

Dahinter steckt die Überzeugung, dass wenn unser Bewußtsein dafür geschärft werden kann, es am Ende auch unser aller Verhalten und unsere Kultur verändert. Wir brauchen mehr von diesen Augenöffnern.