Anderswo

Eine sichere Bank in der Krise?

Lange schon kritisiert Muhammad Yunus die Profitgier der globalen Finanzmärkte. Nun sind seine Ideen gefragter denn je: In Interviews erklärt der Friedensnobelpreisträger, warum wir wieder mehr Mut zu sozialem Unternehmertum brauchen – und zu realen Werten.

Muhammad Yunus gründete in den 1980er Jahren in Bangladesh die Grameen-Bank und machte sich so zum Vater eines Gedankens, der gerade um sich greift: der Mikrofinanz. Das Institut vergab Kleinstkredite an die Ärmsten der Armen, obwohl diese keine Sicherheiten zu bieten hatten, außer vielleicht den Ehrgeiz, aus der eigenen Not herauszufinden. Tagelöhner, Bauern oder sogar Bettler konnten sich nun Geld leihen, sei es für die Anschaffung einer Nähmaschine oder einer Kuh. Eine Chance, die insbesondere Frauen nutzten, um sich eine selbstständige Existenz aufzubauen.

Dabei konnte Muhammad Yunus stets darauf verweisen, dass seine Kredite keine Almosen waren, sondern „Business“ – immerhin wurden sie mit Zinsen und fast vollständig (bis zu 98 Prozent) zurückgezahlt. Ein Erfolg, der dem 1940 in Indien geborenen Wirtschaftswissenschaftler den Friedensnobelpreis 2006 einbrachte. In diesen Tagen ist der „Bankier der Armen“ nun in verschiedenen Interviews zu erleben, in denen es um unser Finanzsystem geht, das ins Straucheln geriet, weil es offensichtlich viel lieber Luftschlösser baute – als auf reale Werte setzte. Hat der Gedanke der Mikrofinanz hier Alternativen aufzuzeigen? Immerhin: Gerade hat die Stadt Paris sich dazu entschlossen, das Konzept der Kleinstkredite aufzugreifen und weiterzudenken.

Lesen Sie hier nun einen Auszug aus dem Interview, das „Spiegel Online“ mit dem Friedensnobelpreisträger führte:

SPIEGEL ONLINE: Die jetzige Finanzkrise begann als Kreditkrise – Hausbesitzer in den USA konnten ihre Kredite nicht mehr bedienen. Bei der Grameen Bank, die Mikrokredite vergibt, sprechen Sie von einer Rückzahlquote von fast 100 Prozent. Sehen Sie Ihre Bank als Vorbild für die gesamte Finanzwelt?

Yunus: Der grundlegende Unterschied ist, dass unser Geschäft sehr nah an der realen Wirtschaft ist. Wenn wir einen Kredit von 200 Dollar vergeben, gibt es irgendwo eine Kuh, die davon gekauft wird. (…)“

Das vollständige Interview finden Sie mit einem kurzen Klick hier.