Babe der Woche

Fan oder Groupie?

Frauen beim Fußball? Kein Problem, finden auch die „Soccergirlz", die mit einem Fanblog im Internet den vermeintlichen Männersport beobachten. Was dabei herauskommt, hat allerdings ziemlich viel Ähnlichkeit mit Fleischsalat.

„… so sehen´s die Mädchen“ ist der Schlachtruf der „Soccergirlz“ und ihr Rezept ist ganz einfach: Man nehme ein paar Männerschenkel und betrachte sie aus Hühneraugen. Schon hat man den Salat! „Haut. Haut. Haut“ heißt etwa eine der Rubriken, mit denen die Bloggerinnen den weiblichen Blick auf das Spielfeld erproben – und alle Klischees bestätigen. Denn mal ehrlich: Was sind die großen Abenteuer, die auch Frauen ins Stadion locken? Tore, Pässe, Pokalsiege? Pustekuchen, meinen die „Soccergirlz“, die ganz Anderes zu entdecken geben: Sixpacks, Beinpakete, Hosenhügel zu Haufe – und den durchtrainierten Hintern von „Noch-Real-Madrid-Zuckerschnitte“ David Beckham.

Sexismus pur? Vermutlich schon, auch wenn die Ethnologin Almut Sülzle bereits darauf aufmerksam gemacht hat, dass weibliche Fankulturen sich oft „vorwegnehmend sexistisch“ gäben, um alte Denkweisen aus dem Konzept zu bringen: „Weibliche Fußballfans genießen es, (...) vieles ausprobieren, was für Männer reserviert ist“, erklärt die Expertin, die viele Jahre zum Thema geforscht hat. „Im Stadion darf eine Frau auch einmal wüst schreien und fluchen. (…) Was mich fasziniert, ist der Zusammenhalt unter den Frauen und der ironische Umgang mit Sexismus. Frauenfanklubs nennen sich ‚Titten auswärts‘ oder ‚Hooligänse‘.“

Mag sein, dass hier vieles auch mit Augenzwinkern zu nehmen ist, was die „Soccergirlz“ mit Klatsch und Tratsch an Murx anrichten. Wir aber sind der Meinung: Wer das Babe spielt, darf auch als solches gekürt werden. Denn da geben wir den „Soccergirlz“ dann doch recht: Wo kämen wir den hin, wenn wir alles immer so ganz genau nähmen? In diesem Sinne: wir gratulieren ganz herzlich!