Anderswo

First Lady im Weichspülgang

Michelle Obama ringt um ein neues Image: Als resolut und unverstellt fiel die Ehefrau des demokratischen Präsidentschaftskandidaten bisher auf, doch nun soll sie sanfter werden – und lieber über Nylonstrümpfe als über Politik reden.

Hillary Clinton blieb nicht verschont. Silda Spitzer musste sich beugen. Und nun hat es auch Michelle Obama erwischt. Derzeit versuchen Wahlkampfberater, sie auf das gängige Muster einzuschwören, das Ehefrauen von hohen Politikern in Amerika immer mal wieder zu bedienen haben: „Stand by your man“ – so lautet dort nämlich die Devise, wenn ein Spitzenkandidat eine Wackelpartie zu überstehen hat und eine First Lady ihm wie selbstverständlich den Rücken stärken soll. Ganz egal, ob es nun ein Sexskandal ist, der tobt, oder doch eher „nur“ eine heiße Wahlkampfphase.

Hillary Clinton etwa musste den Fels in der Brandung spielen, als die Lewinsky-Affäre ihrem Mann Bill die Wogen um die Ohren schlug. Silda Spitzer musste ihr Gesicht in die Blitzlichtgewitter der Weltkameras halten, als ihr Mann Eliot als Gouverneur des Bundesstaats New York öffentlich seinen Umgang mit Prostituierten gestand. Und nun ist es zwar keine Schmutzaffäre, für die Michelle Obama hinter ihrem Mann stehen soll, sondern nur der Kampf um das US-Präsidentenamt – der Preis für diese Unterstützung ist aber dennoch hoch.

Denn die Berater im PR-Stab um die Obamas verordneten Michelle erst einmal einen gründlichen Imagewechsel, bevor sie im politischen Rampenlicht noch ihrem Mann zur Last werde. Die Havard-Absolventin und Anwältin gilt nämlich als eine Frau, die ausgesprochen selbstbewusst auftritt und Dinge auch gerne beim Namen nennt, gerade auch wo sie sich politisch einmischt. So beklagte sie etwa mit drastischen Worten, dass die Schere zwischen Arm und Reich in in ihrem Land  immer weiter auseinanderdrifte. Oder sie scherzte über das Rockstar-Image ihres Mannes mit dem Kommentar: „Wie bringe ich das in Einklang mit dem Typen, der bei mir zu Hause lebt? Seine kleine Tochter war schon mit fünf Jahren besser im Bettenmachen als er.“ Sätze wie diese haben Michelle Obama bereits jede Menge Ärger eingebracht – und in einem Artikel im Magazin des „Focus“ beschreibt Peter Gruber, wie nun versucht wird, hier gegenzulenken:

„Obamas Ehefrau Michelle wurde ein rhetorischer Weichspülgang verordnet. Ein neues Strategie- und Redenschreiberteam soll der Juristin ein sanfteres Image verpassen, erklären Strategen, damit sie weniger polarisierend wirkt, und keine Wähler abschreckt. Ihr Relaunch in der Frauentalkshow „The View“ gab einen ersten Vorgeschmack darauf: Strumpfhosen statt Soziales, lautet das neue Credo…“

Den ganzen Artikel im „Focus“-Magazin finden Sie mit einem Klick hier und an dieser Stelle.