Anderswo

Frauen, die Gleichberechtigung und Unabhängigkeit wollen?

Gibt es weniger denn je, klagt Jana Hensel, Autorin des Buches „Zonenkinder“.

Von: Bärbel Kerber, Foto: photocase.com

vom 21.07.06

Die meisten entscheiden sich gegen Karriere – und „für Yoga, Wellness, Herd und Kinder“, und Schuld haben Frauenzeitschriften, Frauenliteratur und Frauen-TV, schreibt sie in einem rundum lesenswerten Artikel in der „ZEIT“. Beeinflusst durch GZSZ, Cosmopolitan und Bestseller wie „Mondscheintarif“ und „Herzsprung“ konzentriert sich alles Bestreben der heutigen Frau darauf, einen Mann zu finden, Kinder zu bekommen, ein hübsches Heim zu haben und bei alledem blendend auszusehen und gut gelaunt zu sein.

 

Schön schwach

 

Der Erfolg der Emanzipation ist ein Märchen. In Zeitschriften und Büchern für Frauen wird ein Rollenverständnis von vorgestern propagiert. Eine Anklage

Von Jana Hensel

 

Ein normaler Montagabend in einem Restaurant in Berlin-Mitte: Die Runde der Freunde ist groß und ausgelassen, man ist erfolgreich, nicht mehr ganz jung, um die vierzig, und feiert den Besuch von Konstantin aus Saarbrücken. Der wollte, dass seine Frau auch mal rauskommt – wo sie doch sonst immer nur mit den Kindern zu Hause sitzt. Jetzt sind sie für eine Nacht in der Hauptstadt. Er selbst ist viel unterwegs, findet Hotelbetten und Frühstücksbüffets eher lästig, aber mit den Bonusmeilen der Lufthansa ist so eine spontane Reise für die beiden kein Problem. Die Freunde am Tisch zeigen sich beeindruckt. Das Beziehungsleben von Konstantin sieht in ihren Augen glücklich aus. Ein Abendessen ohne Kinder sei ja auch mal was Schönes, fällt seinem Stuhlnachbar dazu ein. Seine Frau hätte auch kommen wollen, aber die Kleinen zu Hause hätten leider Grippe, echt blöd. …

 

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