Anderswo

Gefühlszone Mann

Wer liebt sie nicht? Die Bücher über törichte Typen, die Nick Hornby schreibt? Nun erscheint „Juliet, Naked“ – ein neuer Roman aus der Feder des britischen Kultautors. Und auch hier geht es wieder um Männer und die urkomischen Seiten ihrer Leidenschaften.

Wer „High Fidelity“ gelesen hat, der weiß: Eine Plattensammlung ist mehr als nur ein Regal voller Rock- und Popmusik. Und für Männer ist sie manchmal sogar der Ausgangspunkt, das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Weil es leichter ist, einen Haufen CDs neu zu ordnen – als eine Beziehung? Und: Geht es Frauen da wirklich anders?  

Nick Hornby hat versucht, auf Fragen wie diese in einem Interview zu antworten, das die „Süddeutsche Zeitung“ mit ihm führte. In dieser Woche wird „Juliet, Naked“, ein neuer Roman des Briten, auf Deutsch erscheinen – Grund genug, schon mal vorweg Bilanz zu ziehen: Ob der Autor nicht Klischees bediene, wo seine Bücher um eine männliche Gefühlswelt kreisen, die ziemlich unreif daherkommt: Hornbys Helden sind liebenswerte Fans und Nerds, sie begeistern sich für Fußball und Popsongs, für Skateboard-Rampen und Frauen – und haben nicht zuletzt aber mit diesen jede Menge Stress, wo sie selbst sich sträuben, erwachsen zu werden. Ein Problem, das Frauen gar nicht kennen? Nick Hornby verriet in dem Interview:


Hornby: Ich bin etwas widerwillig, was solche Gespräche angeht.

SZ: Sie reden ungern über Frauen?

Hornby: Doch, Männer, Frauen, Beziehungen - fragen Sie, was Sie wollen. Nur sind meine Bücher keine guten Startpunkte dafür.(…) “ 


Warum das so ist, können Sie erfahren, wenn sie das Gespräch in voller Länge lesen. Dabei geht es übrigens auch um viele andere Aspekte im Schreiben Hornbys, etwa um Vorbilder – und man höre und staune:  


Hornby: Dass ich zum Autor wurde, liegt tatsächlich kein bisschen an Männern, sondern nur an den Frauen. Es gibt Männer, die ich gerne lese und bewundere - Charles Dickens ganz besonders. Aber seinetwegen wollte ich nicht anfangen, zu schreiben.

SZ: (…) Was mögen Sie an Literatur, die von Frauen geschrieben ist, so besonders?

Hornby: Sie ist weniger protzig. (…).“