Lesen

"Gestern jung und morgen schön"

Wechseljahre - Problem oder Chance? Catherine Marksrein und Mimi Szyper zeigen, welche Entfaltungsmöglichkeiten die Wechseljahre in Wahrheit bieten und wie viel Lust in jeder Lebensphase steckt.

Über die Pubertät bei Mädchen wird offen geredet. Doch ist es auch so bei der nächsten Phase in der der Körper der Frauen einen entscheidenden Wandel ­durch macht? Werden Frauen genauso gut über die Wechseljahre informiert, wie über ihren Wandel vom Mädchen zur Frau? Trotz des hohen Grades an Aufklärung, der heutzutage herrscht, kann Frau nicht einfach ohne eine gewisse Scham über das Thema Wechseljahre reden. Ein Thema, das immer noch ein Tabu ist, wahrscheinlich, weil ihm immer ein Makel von Altern anhaftet.

 

Vieles, was über die Wechseljahre gesagt, oder geschrieben wird, sind bloße Vorurteile. Diese Meinung vertreten jedenfalls Dr. Catherine Marksrein und Dr. Mimi Szyper, die beide lange Jahre als Ärztinnen tätig waren und beim Thema Wechseljahre einen großen Aufklärungsbedarf sehen. Daher haben sie zusammengesetzt und das Ergebnis ist das Buch "Gestern jung und morgen schön". Ein Titel, der schon provokant ist.

 

Durch Pharmaindustrie, Kosmetikindustrie, Medizin geprägt

 

In diesem Buch legen die beiden Autorinnen dar, dass vieles, was in unseren Köpfen unter dem Begriff "Wechseljahre" an Informationen abgespeichert wurde, ein Bild ist, welches durch die Pharmaindustrie, Kosmetikindustrie, Medizin und viele andere geprägt und verändert wurde - ein Geschehen, das schon Ende ­des 19 Jahrhunderts seinen Anfang nahm und unter ­dem Frauen heute immer noch "leiden". Mit der Folge, dass Frauen durch viele dieser Vorurteile verunsichert werden und das sogar so sehr, dass sie in ihren Aktivitäten eingeschränkt werden. Was sich sehr am Beispiel der Osteoporose zeigt, die, wie die Autorinnen sagen, eine eher seltene Erkrankung ist, die aber nicht Hand in Hand mit der Menopause geht.


Kein Praxisbuch, sondern von Frauen für Frauen

 

"Gestern jung und morgen schön" wurde ursprünglich für den französischsprachigen Raum geschrieben, wo Themen, wie zum Beispiel die schweren Nebenwirkungen der Hormonersatztherapie, noch weitest gehend ignoriert wurden und daher vielen Frauen unbekannt sind. Trotzdem ist das Buch auch für den deutschen Raum durchaus interessant.

 

Die Autorinnen unterstreichen, dass das Buch nicht ein Praxisbuch über das Thema Wechseljahre sein will, sondern ein Buch, in dem jenie Frauen zu Wort kommen, die die Frauengruppen, welche die beiden Ärztinnen leiten, besuchten. So entstand ein Buch von Frauen für Frauen, dass Frauen an geht.

 

.....................................................................................................................................

Sandra Offermanns studiert Journalismus und Bildungswissenschaften. Sie schreibt außerdem für die Online Magazine suite101.de und kulturaextra.de.

.....................................................................................................................................