War was?

Hindernis Familie

Warum Frauen, die Mütter sind, auf ihre Karriere verzichten müssen.

Kinder und Beruf? Diese Doppelbelastung ist einfach zu groß. Das sagt auch heute noch die Mehrheit der Frauen, fand eine neue Studie heraus. Und so sieht sich jede zweite Frau dazu gezwungen, ihre beruflichen Ambitionen aufzugeben. Es ist ein klassischer Verzicht. Überragende 90 Prozent aller Bundesbürger sind der Ansicht, dass Frauen durch die Familie im Beruf benachteiligt sind. Chancengleichheit gibt es nicht zwischen Müttern und Vätern.

 

Immer mehr Vätermonate


Also sind Kinder Karrierekiller - nun, so neu ist das ja nun nicht wirklich. Interessant ist daran deshalb vor allem die Frage, weshalb sich hier immer noch nichts geändert hat. Nach wie vor ist das größte Hindernis für Frauen die Tatsache, dass sie auch heute noch meist als die für Haushalt und Familie Zuständige betrachtet werden. Hier scheint es wichtig und lohnenswert, die Studie als Anlass zu nutzen, den Faden wieder aufzunehmen und weiterzuspinnen. Das gilt insbesondere, da doch anscheinend - so eine andere aktuelle Meldung - immer mehr Väter eine Babypause machen. Tatsächlich nimmt jeder Fünfte inzwischen die Vätermonate in Anspruch.

 

Das Problem Vereinbarkeit bleibt

 

Irgendetwas passt da nicht zusammen. Offensichtlich nützt es den Frauen für ihr berufliches Vorankommen wenig, wenn ihre Partner Elternzeit nehmen. Weil  zwei Monate zu wenig sind (so lange nämlich bleiben die Väter in der Regel zu Hause). Weil das zur kurz ist, um der Mutter die gleichen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten einzuräumen wie dem Vater. Weil ein Kind auch nach den ersten Lebensmonaten noch sehr intensiv betreut werden will, krank wird, Schulaufführungen hat und Kindergeburtstage, frische Socken braucht, hier und da eine warme Mahlzeit, Trost und Hilfe bei Kummer und Hausaufgaben. Die Vätermonate sind ein Anfang. Sie rütteln an den alten Geschlechterbildern . Eine bahnbrechende Veränderung für die Lage der Mütter bringen sie doch offensichtlich nicht. Das müssen andere leisten. Allen voran sie selbst. Indem sie sich holen, was ihnen zusteht, indem sie aushandeln und einfordern, was ihnen zusteht - und das ohne schlechtes Gewissen. Das wäre eine Revolution.