Anderswo

Ihr bestes Stück

...führt ein trauriges Schattendasein.

Von: Bärbel Kerber, Foto:Photocase.de

vom 30.01.07

Wahrscheinlich haben Sie auch eins: So ein luftig-leichtes neckisches Etwas, das eigentlich nicht ernsthaft die Bezeichnung „Kleidungsstück“ verdient und ebenso wenig den Zweck hat, Sie wärmend durch die Nacht zu beleiten. Ein Schmuckstück, das für gewisse Stunden reserviert ist. Ein Negligé.

(Interessant, wie alles, was mit Erotik zu tun hat, französische Bezeichnungen bekommt - Dessous, Lingerie, Negligé - , während die deutsche „Nachtwäsche“ und „Unterwäsche“ verbal wenig prickeln.)

Nun, das Drama ist, irgendwie schaffen wir es nicht rechtzeitig rein in das Ding, bevor es wieder raus geht. Oder – Hand aufs Herz - wie oft haben Sie sich wirklich schon in dieser hübschen Verpackung verführerisch auf dem Bett geräkelt?

 

 „Jede Frau, die etwas auf sich hält, hat ein wahnsinnig teures Negligé im Schrank liegen",...

aber, schreibt Susanne Kaloff in der WELT, "..der große Moment kommt nie. Mal ist es zu kalt, mal zu heiß, mal ist man nicht in Stimmung, und mal ist die Stimmung so überbordend, dass man es nicht mehr in die Reizwäsche schafft."

 
Das Problem liegt in der Frage des geeigneten Augenblicks. Und in jener der geeigneten Jahreszeit.

 
„Denn es gehört schon eine Menge Selbstdisziplin dazu, bei einer winterlichen Außentemperatur von minus fünf Grad Celsius nicht mit einer Wärmflasche und Bettjäckchen unter dem Federbett auf den Liebsten zu warten, sondern aus freien Stücken in ein seidiges Nichts zu schlüpfen, in dem man sich, pardon, den Hintern abfriert. Mit offenen Nähten an der Seite gibt ein Negligé zwar enorme, nicht zu unterschätzende Beinfreiheit, aber es zieht leider auch hindurch wie Hechtsuppe....“  schreibt Kaloff weiter.

 
Weiter zum ganzen und hochunterhaltsamen Text bei WELT.de geht’s hier:

 
Rätselhaft bleibt nur, wie wir nun den großen Erfolg von Victorias Secret und Agent Provocateur (jetzt auch in Berlin zu finden..) erklären. Irgendwer muss doch die Dinger kaufen.