Männerecke

IKEA, Servietten & Ich

Drei Stunden … drei geschlagene Stunden haben wir heute bei IKEA verbracht, und die gesamte Ausbeute dieses Shopping-Marathons bestand aus sieben Kleinigkeiten, die wir natürlich auch im Geschäft um die Ecke bekommen hätten. Vier dieser Kleinigkeiten waren übrigens Servietten …

Ich habe mich schon immer gefragt, worin für Frauen die enorme Anziehungskraft von Servietten bei IKEA liegt. Natürlich habe ich mich im Bekanntenkreis umgehört … und es ist überall dasselbe. Servietten sind unangefochten die Number one beim Einkauf bei IKEA. Dahinter rangieren Kerzen (in der kalten Jahreszeit bevorzugt Teelichter), Bilderrahmen und Postkarten mit mehr oder weniger verspielt-romantischen Motiven als kleine Mitbringsel von der Einkaufstour.

Ich bin davon überzeugt, dass der tiefere Grund für diese Serviettensucht in der archetypischen Natur der Frauen verborgen liegt. Ich hab mal gelesen, dass sich das Feminine nach Liebe, nach Geborgenheit, nach der Fülle des Lebens überhaupt sehnt. Ob das jetzt Seifenopern, Schokolade oder eben Servietten sind … all das symbolisiert die Fülle  - und damit das Leben an sich.

Frauen hassen die Leere, das Nichts, die Unbestimmtheit … sie wollen den leeren Raum füllen. Mit Gefühlen (von uns Männern oft als Beschwerden wahrgenommen), selbst gehäkelten Tischdeckchen oder Servietten, die in allen Farbnuancen die Schubladen füllen. Wenn ausreichend Servietten vorhanden sind, kann Frau aus dem Vollen schöpfen, und die Welt ist in Ordnung.

Ich habe mir angewöhnt, meiner Frau von Zeit zu Zeit eine Packung Servietten mitzubringen. Neben den obligaten Schnittblumen (Topfpflanzen kauft sie sich sowieso lieber selbst) sind Servietten wirklich der Hit. Sie findet es absolut toll, dass ich an „so etwas“ denke.

Ich bevorzuge in letzter Zeit das Servietten-Kleinformat (d.h. für Insider: 24×24 cm statt 40×40cm). Der große Vorteil bei diesem kleineren Format liegt für mich vor allem darin, dass ich nicht – wie bei den 40×40ern – Stunden damit verbringen muss, um die Servietten mit der Schere in der Mitte zu teilen. Das große Format sei zwar hübsch, aber eben Papierverschwendung … meint meine Frau …

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Christian Stehlik lebt in Österreich im Raum Graz und ist ein typischer Mann. Der Trainer und Coach hat seine Midlifecrisis zwar mit Blessuren, aber doch heil überstanden und betreibt das Webportal „Typisch-Mann“ (wie schon unterstellt wurde zur Selbsttherapie). Von Zeit zu Zeit macht er sich in schriftlicher Form Gedanken über typisch männliche Themen.

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