Women only

Inkonsequenz

Was die Erziehungsberechtigten alles falsch machen, sollte man wohl am besten die Nachbarn fragen.

Es gibt sicher viele Gelegenheiten, seine Inkonsequenz zur Schau zu stellen. Da werden die allabendlichen Sit-ups schon mal auf morgen verschoben, die Fertigstellung der ungeliebten Tabellen erneut auf Tag X verlegt, Fiffi muss nicht Sitz machen, wenn er nicht möchte, oder aber der Kleine darf doch noch ein Stündchen wach bleiben. Weil er so ausdauernd gequengelt hat.

 

Ja, insbesondere die Inkonsequenz von manchen Eltern ist quasi ein schier unerschöpfliches Feld. Was die Erziehungsberechtigten alles falsch machen, sollte man wohl am besten die Nachbarn fragen. Moderne Nachbarschaftshilfe sozusagen. Vermutlich werden aber Zaungespräche nicht ausreichen, damit manch Sprössling nicht in einer emotionalen Mondlandschaft aufwächst, aber es würde die Eltern mindestens zum Nachdenken zwingen. Oder zum Umzug.

 

Daddies Nerven und Nachbars Geduld

 

Es mangelt beileibe nicht an Rutsche, Klettergerüst, Schaukel und dem gewissen Kleingeld. Dass Kinder Regeln brauchen und akzeptieren, ist den meisten Eltern klar und gilt als unbestritten, aber es bedarf auch Liebe, Zuwendung und Aufmerksamkeit. Und natürlich Konsequenz. Konsequent wird vielfach nur die Inkonsequenz zelebriert, die uns als Nachbarschaft fast schon wieder schmunzeln lässt. Wir werden in die 1. Reihe verdonnert, wenn Fritzchen beharrlich versucht, Daddies Nerven endgültig zu ruinieren. Nein, er dürfe nicht mit Wasser planschen und wenn er dies noch mal tut, darf er nie wieder wasserplanschen. Dann sei Vaters Geduld endgültig am Ende, und er würde es ein für allemal verbieten. Fritzchen gibt aber nicht auf und stellt den Vater auf die Probe. Beharrlich, einen ganzen Vormittag lang. Wie war das noch mit der Konsequenz?

 

Intellektuelle und emotionale Belastbarkeit

 

Nein, auch dieses Mal wird die angekündigte Folge ausbleiben und der Bub vielleicht um eine lehrreiche Erfahrung gebracht. Oder fehlt es dem Vater etwa an verständlichen und erklärenden Worten, seine Absichten in das Kinderköpfchen zu bugsieren? Keine Zeit, keine Lust, kein Interesse? Vorleben und erklären, Fehler zulassen und mit Lob nicht geizen. Kinder machen nicht alles falsch. Auch nicht alles richtig. Aber sie sind wissbegierig und per se hungrig auf alles Neue. Jedoch manch geistig unterernährte Eltern kommen da wohl schon an die Grenzen ihrer intellektuellen und emotionalen Belastbarkeit ob der bewussten Auseinandersetzung mit der Nachkommenschaft. Inkonsequenz und Ignoranz schmerzen, auch die Nachbarn, liebe Eltern...

 

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Marlene Sandberg lebt und arbeitet im Großstadtdschungel und hat kürzlich ihren Spaß am Schreiben entdeckt. Sie fotografiert und reist gern und findet, dass sie sich ruhig mal im Fitnessstudio anmelden könnte.

 

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