War was?

Kindermund tut Wahrheit kund

Kennen Sie das auch? Ein Kind, vorzugsweise Ihr eigenes, schiebt mit Unschuldsmiene und kugelrunden Augen den ausgestreckten Finger aus der feuchten Kinderhand und sagt mit fester Stimme: Guck mal, der Mann hat keine Haare auf dem Kopf!

So oder ähnlich ist es Michele Obama ergangen, als ein Mädchen mit Migrationshintergrund sie darauf ansprach, dass Barack Obama alle Menschen ohne reguläre Papiere des Landes verweisen würde. Nun ist die so genannte First Lady der USA nicht zwangsläufig der Garant für eine Politik, die für alle Probleme eine zumindest mittelfristige Lösung parat hat. Auch hat sie niemandem blühende Landschaften versprochen - die Zeit für Veränderungen, wie es der Wahlspruch ihres Mannes Barack Obama war, fordert nur, die Probleme anders anzufassen.

In dieser kleinen, ja eigentlich sehr einfachen und wenig historisch wirkenden Episode aber spiegeln sich Zahlen und Ergebnisse wider, die von Veränderungen sprechen, wie sie die Wähler Obamas nicht gemeint hatten. Guantanamo - noch nicht geschlossen. Der Krieg in Afghanistan - desaströser denn je. Die Finanzmärkte - spielen weiterhin Monopoly. Die USA ist mehr denn je ein Land der Gegensätze - die hochgekrempelten Ärmel der Demokraten und Republikaner sprechen weniger über das gemeinsame Zupacken, sondern vielmehr über die erbitterte Feindschaft der beiden politischen Lager. Und nicht zuletzt - die Ausweisung illegaler Einwanderer hat mit Beginn der Regierung Obama zugenommen.

Und so verwundert es nicht, wenn Frank Sharry von America's Voice in Anspielung auf den am gleichen Tag stattfindenden Empfang des mexikanischen Präsidenten im Weißen Haus schreibt: "Sadly, this brief exchange says more about the current state of the immigration debate than the remarks of the two Presidents in the Rose Garden today." Denn es sind mittlerweile die kleinen Gesten, zumal der First Lady, die die Glaubwürdigkeit der Politik ihres Ehegatten- und eigentlich auch ihrer Politik- noch retten könnten.Ihre Antwort für das kleine Mädchen, deren Mutter eine Betroffene ist, klang da übrigens beschwörend und geradezu resigniert zugleich. "We have to fix that, and everybody's got to work together in Congress to make sure that happens. That's right."