Kerle & Küche

Liebe, Linsensuppe und Brötchen...

Nun wollen Frauen in regelmäßigen Abständen hören, dass sie geliebt werden. Ein Mann weiß das und stellt sich darauf ein, schließlich scheint die Frage in der Natur der Frau fest verankert zu sein. Im Bereich der Beine wahrscheinlich, wo sie sich formiert und durch die Bauchgrube hoch in den Mund steigt. Oder bei den Füßen, wo der Drang so stark ist, dass Frauen schon vom Drangfuß reden. Oder bei der Ferse. Den Fesseln. Ich liebe die Fesseln einer Frau, während Frauen die Liebe fesselt.. ja ja, schon gut.

 

Für Männer ist es nicht so interessant, ob sie geliebt werden. Vielleicht in Notsituationen. Wenn der Baum brennt. Da fragt man dann lieber mal nach. Nein, für einen Mann ist entscheidend, dass Porzellan parat steht, wenn er nach Hause kommt. Ich bin da ganz altmodisch. Dünn, altmodisch und immer hungrig, jawohl, diese Art Mann bin ich.

 

"Dünn? Von wem sprichst du? Du kriegst allmählich Titten", fertigt die Gräfin mich ab.
"Titten!? Ich hab fünf Pfund zugelegt, aber auch nur, weil du so gut kochst!"
"Dann koch du doch."
"Ich kann nicht kochen! Das weißt du ganz genau! Das schmeckt Scheiße, wenn ich koche!"

Die Gräfin denkt nach. Vielleicht sieht sie gerade die Linsensuppe vor sich, die ich vor zehn Jahren zubereitet habe. Am Stück.
"Weisst du noch die Linsensuppe?" lege ich nach. "Die mussten wir mit dem Teppichmesser anritzen!"
"Na und? Kochen kann man lernen."
Jetzt haben wir den Salat. So ein Mist. Ich meine, was zum Teufel soll ich noch alles lernen, in diesem kurzen Kackleben!?


Am nächsten Morgen. Ich steh vorm Backofen, als die gnädige Frau endlich die Küche aufsucht.
"Was machst du da?" fragt sie gereizt.
"Wonach sieht das denn aus, bitteschön!?" geb ich zurück. Ich bin ein aufsässiger Kerl. Frech wie Dreck. Ich habe die Hände voller Teig.

 

"Sollen das Brötchen geben?"
Sie wirft einen schläfrigen Blick auf das Blech, auf dem einige Teigklumpen in sich zusammenfallen.
"Viel zu klein. Das sind doch Kastanien."
Sie schüttet sich einen Kaffee ein.
"Weißt du was? Geh breitbeinig mit dem Hund raus, ich mach das schon. Ist schon okay so."
Frau Moll kläfft vor Vergnügen, als ich ihr das Halsband umlege, und springt im Kreis wie Bolle.
Oder bin ich das?

 

 

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Andreas Glumm schreibt regelmäßig in seinem Weblog "500Beine" über sich und sein Lebensgefährtin, genannt die "Gräfin, und den Hund "Frau Moll".

 

 

 

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