Starke Frauen

Meret Oppenheim

Sie hat gemalt, gezeichnet, Kleidung, Schmuck, und Möbel entworfen, Kostüme und Bühnenbilder für Theateraufführungen geschaffen und Gedichte verfasst. Und sie galt als eine der wichtigsten Vertreterinnen des magischen Surrealismus.

Meret Oppenheim, geboren in Berlin, war eine deutsch-schweizerische Künstlerin und Lyrikerin. Objekt und Zeichnung, Poesie und Photographie sowie Angewandtes stehen nebeneinander; ihr Markenzeichen ist die phantasievolle Überraschung. 

„Jeder Einfall wird geboren mit seiner Form. Ich realisiere die Ideen, wie sie mir in den Kopf kommen. Man weiß nicht, woher die Einfälle einfallen; sie bringen ihre Form mit sich. So wie Athene behelmt und gepanzert dem Haupt des Zeus entsprungen ist, kommen die Ideen mit ihrem Kleid," wie sie sagt.

 

Muse der Surrealisten

Merets Lieblingsfächer in der Schule sind Deutsch, Geschichte, Zeichnen und Naturkunde. Ihre Zeichnungen in ihrem Mathematikheft zeigen schon früh ihr Talent. Sie möchte Malerin werden. Ihre Großmutter Lisa Wenger besuchte die Kunstakademie in Düsseldorf und war Malerin und eine berühmte Kinderbuchautorin. So kam Meret schon frühzeitig in Kontakt mit Kunstschaffenden, auch mit dem Schriftsteller Hermann Hesse, der mit ihrer Tante Ruth Wenger einige Jahre verheiratet war.

1931 beschließt Meret, Künstlerin zu werden. 1933 fährt sie mit der befreundeten Künstlerin Irène Zurkinden nach Paris. Sie lernt Giacometti und Arp kennen, die von ihrer Arbeit begeistert sind und sie einladen, im Salon des Surindépendants auszustellen. Sie verkehrt in den Kreisen von Breton, Duchamp und Ernst, und es entstehen einige ihrer bekanntesten Kunstobjekte wie die berühmte Pelztasse Déjeuner en fourrure und Ma gouvernante – my nurse – mein Kindermädchen. Man Ray Fotos von ihr folgen 1934 in dem Bildzyklus Érotique voilée, was zu ihrem Ruf als „Muse der Surrealisten“ beiträgt.

"Frühstück im Pelz" und Oppenheimbrunnen

Um etwas Geld zu verdienen, macht sie 1936 auch Modeentwürfe. 1936 wird Meret mit ihrem Objekt Frühstück im Pelz, einer pelzbezogenen Kaffeetasse, berühmt. 1937 folgt ihr Auftritt in einer Gruppenausstellung der Surrealisten. Während einer Schaffenskrise kehrt sie in die Schweiz zurück und besucht dort für zwei Jahre die Gewerbeschule, um ihre technischen Fertigkeiten zu verbessern. 1939 beteiligt sie sich an einer Ausstellung für fantastische Möbel und zeigt dort unter anderem einen Tisch mit Vogelfüßen.

Sie heiratet 1949 und lebt mit ihrem Mann Wolfgang La Roche bis zu dessen Tod 1967 in Bern. In Bern hat sie ihr eigenes Atelier. Sie wird präsentiert in den Museen von Stockholm, Winterthur und Duisburg. 1974 erhält sie den Kunstpreis der Stadt Basel. Anfang der 80er Jahre produziert sie ihre Gedichte unter den Titeln Sansibar und Caroline. 1982 erhält sie den großen Preis der Stadt Berlin und nimmt an der documenta 7 in Kassel teil. Ihr Oppenheimbrunnen wird 1983 in Bern eingeweiht. 1985 erschafft sie eine Brunnenskulptur für die Jardins de l'ancienne école Polytechnique in Paris.

Mitglied der Akademie der Künste

Kurz vor ihrem Tod wird sie Mitglied der Akademie der Künste, Berlin. Am Tag der Vernissage zu ihrem Buch Caroline, am 15. November 1985, stirbt Meret Oppenheim. Nach ihr benannt ist der Schweizer Kunstpreis Meret Oppenheim.

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Die Original-FemBiographie zu Meret Oppenheim erscheint demnächst auf www.FemBio.org