Women only

Nachilfe im Einparken

Meine Freundin Eva ist ein Klischeemädchen. In ihrer Wohnung ist alles rosa, am liebsten schaut sie Schnulzen und hört ausschließlich Balladen. Außerdem kann sie nicht einparken.

Wenn sie in ihrer Führerscheinprüfung dem Prüfer nicht herzergreifend erst ins Taschentuch und dann in die väterlich tröstenden Arme geweint hätte, wäre sie noch heute Fußgängerin, so viel steht mal fest.

 

Einparken mit Eva ist der reinste Horrortrip – und immer mit einer mindestens mittleren, also etwa zehn Zentimeter breiten und drei Zentimeter tiefen Katastrophe verbunden. Darauf deuten jedenfalls die vielen Beulen an ihrem Auto hin. Aber Eva wäre kein Klischeemädchen, wenn sie nicht mit weiblicher List und Tücke vorgehen würde. So hat sie in einem breit angelegten Feldversuch recherchiert, dass „Männer, die in einem Zug mit einer Hand den BH öffnen, auch in einem Zug seitwärts–rückwärts einparken können!“. Wie bitte?

 

„Ja, da gibt es scheinbar einen deutlichen Zusammenhang!“, hat Eva analysiert Neulich zum Beispiel, da hat sie eine geschlagene halbe Stunde lang ihre Straße blockiert, weil sie mit ihrem Smart für die sechs Meter lange Parklücke nicht den „richtigen Einfallswinkel“ gefunden habe. Wäre da nicht der unglaublich smarte Nachbar vorbeigekommen, der das Problem für sie in einem Zug löste, sie würde noch immer herumrangieren.

 

„Ich hab mich dann mit einem Abendessen revanchiert“, erzählt Eva verschwörerisch. Der Nachtisch sei besonders lecker gewesen – und so schnell alle und oben ohne. Huch! Und nun das: Evas neuer Freund ist ein junger Verkehrspolizist, der seinen Job als Freund und Helfer offenbar sehr ernst nimmt. Kaum hatte auch er das Problem in einem Zug für sie erledigt, bat er ihr auch schon Nachhilfe im Einparken an. Seither verbringen die beiden viel Zeit im Auto. „Und er kann sogar beides – den BH ausziehen und einparken. In einem Zug und mit einer Hand.“ Beeindruckend!