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Nie wieder sprachlos

Wer ab und zu um Worte ringen muss, der sollte vielleicht künftig einmal einen Blick in die Wörterbücher anderer Länder riskieren ,denn „age-otori“ ist zum Beispiel Japanisch und heisst so viel wie „jemand, der vor dem Friseurbesuch attraktiver aussah als hinterher“.

Von: Bärbel Kerber, Foto: themeaningoftingo.com

vom 24.01.07

Oder: „umodrovat se“ sagen die Tschechen zu „sich ins Irrenhaus philosophieren“. Manch einer mag neidisch zu den Inuit blicken, die haben mit „areodjarekpu“ einen eigenen Begriff geschaffen für „ein paar Tage die Ehefrauen tauschen“ - eine Gewohnheit, die dort so verbreitet zu sein scheint, dass eigens ein Wort dafür her musste.

 

Diese und viele andere Skurrilitäten hat der Brite Adam Jacot de Boinod zusammengetragen. 280 Sprachen hat er auf Ausdrücke durchforscht, die für die jeweilige Kultur einmalig und damit nur dort von Bedeutung sind. „The Meaning of Tingo“ ist daraus geworden - ein Buch, das bislang leider nur auf Englisch erhältlich ist. Mehr dazu auch in einem Interview mit de Boinod unter fluter.de. Ausserdem gibt es von dem Autor ein eigenes Weblog dazu.

 

Noch ein paar Bonbons gefällig?

„koro“ ist das japanische Wort für den Aberglauben, dass sich der eigene Penis ins Körperinnere zurückziehen könne.

„neko-neko“ bezeichnet in Indonesien eine „kreative Idee, die die Dinge nur schlechter macht“.

„cocotte minute“ ist im „Land der Liebe“ – oh làlà - eine Prostituierte, die viele Tricks kennt und diese rasch hintereinander anwendet (französisch – und heisst eigentlich Dampfkochtopf).

 

Ach, und welche Unübersetzbarkeiten gibt es in der deutschen Sprache? 

Trittbrettfahrer, Zechpreller, Weltschmerz, Schadenfreude, Torschlusspanik.

 Da zeigt sich wieder einmal unbarmherzig, was uns Deutschen wichtig ist…