Weibchenschema

No more “no models”?

Außer Spesen nix gewesen? Die "Ohne-Model"-Initiative von "Brigitte" ist kostspielig und brachte der Auflage kein Plus.

Offensichtlich will die Zeitschrift “Brigitte” ihre “No-Models”-Kampagne beenden. Wenn auch die Aktion von Anbeginn durchaus zwiespältig war, da die von “Brigitte” fotografierten “normalen” Frauen in Makellosigkeit und Körpermaßen denen von Profimodels glichen, ist es dennoch sehr bedauerlich. Die “Brigitte” hatte damit ursprünglich eine wichtige Diskusssion um Anpassungsdruck und Schönheitswahn angestoßen.

 

Zurück zum perfekten Size-Zero-Look?

 

Hinsichtlich der Gründe wird spekuliert, dass der Aufwand mit Amateurmodels zu groß gewesen sei, ohne einen spürbaren Nutzen bei den Verkaufszahlen zu hinterlassen.  Weshalb man, wie nun aus den Verlagsbüros von "Gruner und Jahr" sickert, in Betracht zieht, die Initiative "Ohne Models" einzustampfen und zu Profi-Models zurückzukehren.  Doch der Effekt hinter der betriebswirtschaftlichen Logik ist nicht zu verachten. Ob die "Brigitte" einen Imageschaden davontragen wird, wenn sie nun eine Kehrtwendung macht, ist offen, aber möglich. Sicher ist aber: Wird die Aktion nun zu Grabe getragen, kommt dies einem Scheitern gleich und gibt unbewußt all den Skeptikern recht, die meinen, dass Mode nur an perfekten, dünnen, (überdies häufig minderjährigen) Mädchen gut aussehe und zum Kaufen anrege und uns glauben macht, dass es genau diese Körper sind, die wir sehen wollen.

 

Echte Menschen statt Barbiepüppchen


Umso wichtiger, dass sich immer stärkerer Widerstand gegen das heutige Schönheitsideal breit macht und auch hierfür zunehmend die Kommunikationskanäle des Internets in vielfältiger und kreativer Weise genutzt werden. So hat bei Twitter unter dem Hashtag #609060 sowie auf Instagram eine Gegenbewegung begonnen, um zu zeigen, wie echte Menschen aussehen. Jeder kann mitmachen, sich fotografieren und der Sammlung von Fotos hinzufügen.

Noch eine Empfehlung: “Sehr galant kann eine Frau den Beurteilungen durch Frauenmagazine, durch die Modebranche und durch die Unterhaltungsindustrie übrigens entgehen, indem sie ihr Gehirn trainiert. Und ihren Körper als dessen gepflegte Halterung begreift.” (Sibylle Berg via SPON)