War was?

Nulltoleranz für Frauendiskriminierung

US-Gerichte machen Ernst

Was WalMart noch vor sich hat, hat Novartis (teils) hinter sich: Wegen Diskriminierung muss die US-Tochter des Schweizer Pharmakonzerns 3,3 Mio Dollar an 12 Frauen bezahlen. Doch das ist erst der Anfang. Denn hier steckt - wie bei WalMart - eine Sammelklage dahinter, von 5.600 Frauen, die den Pharma-Riesen auf insgesamt 300 Mio Dollar verklagen. Und: Wenn die Richterin alle Register zieht, wird sie über die Schadensersatzzahlungen und Geldstrafen hinaus dem Pharmakonzern anordnen, Maßnahmen zu ergreifen, um gegen künftige Diskriminierung vorzubeugen.


Was Novartis zur Last gelegt wird, ist nicht ohne: Das Unternehmen hat Frauen bei Beförderungen übergangen, Schwangere benachteiligt, und es hat nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit bezahlt. Neu sind solche Fälle nicht. Neu sehr wohl ist die "Nulltoleranz", mit der hier nicht nur auf dem Papier, sondern nun auch in der Praxis gegen Frauendiskriminierung vorgegangen wird. Ein wichtiges Signal.


Das ist der größte Diskriminierungsfall vor einem US-Gericht  - und sehr vermutlich nicht der letzte. WalMart wartet schließlich schon um die Ecke. Die Tatsache, dass die Justiz nun forsch zu Gange ist, wird ihre Wirkung nicht verfehlen und diese auch in der Öffentlichkeit eine entsprechend große sein. Es ist an der Zeit. Einer der Hauptanwälte formulierte es in eigenen Worten so: "Das Urteil sendet die deutliche Nachricht, dass Gleichstellung der Frau nicht nur auf Papier festgehalten werden kann, sondern im Betriebsalltag auch umgesetzt werden muss." Und diese Nachricht sollte durchaus auch in deutschen Unternehmen wahrgenommen werden.