Starke Frauen

Rosa Parks

„Die Welt stand auf, als Rosa Parks sitzen blieb“, lautet der Text eines viel gesungenen Liedes. Ihre Zivilcourage löste die schwarze Bürgerrechtsbewegung aus.

Am 1. Dezember 1955 widerstand Rosa Parks dem Rassismus:  Sie weigerte sich, im Bus ihren Platz frei zu machen.

 

Rassengesetze und Martin Luther King

 

Rassentrennung in den amerikanischen Südstaaten, das hieß Verhaftung und Geldstrafe für jene, die sich weigerten, die Rassengesetze einzuhalten und sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln entsprechend zu verhalten. Gemeinsam mit der neugegründeten Montgomery Improvement Association, unter der Führung eines bis dahin unbekannten Martin Luther King Jr., löste Parks damit den Montgomery Bus-Boykott aus. Und damit erhebliche finanzielle Verluste für die Verkehrsbetriebe. Nach mehr als einem Jahr kam es zu einem Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA, welches die Rassendiskriminierung im öffentlichen Verkehr beendete.

 

Rosa Parks’ Bewusstsein war bereits vor dieser Tat geschärft. Sie arbeitete seit 1943 ehrenamtlich als Sekretärin für die National Association for the Advancement of Colored People (NAACP) und war eine der ersten Frauen auf den Versammlungen. In vielen Orten des Südens waren solche Zusammenkünfte verboten. Ein erster Sieg der NAACP war 1954 die Aufhebung der Rassentrennung in den Schulen, doch viele Südstaaten weigerten sich, dieses Urteil durchzusetzen.

 

Ein Leben mit Drohungen und Diskriminierungen


Rosa Parks entstammte einer armen Familie, aber eine, die auf Erziehung und Bildung größten Wert legte. Die Mutter war Lehrerin und unterrichtete die Kinder schon früh selbst. Sie zog ihre Kinder bei den Großeltern auf, nachdem der Mann die Familie verlassen hatte. Schon als Sechsjährige arbeitete Rosa auf der Plantage eines Großgrundbesitzers, um zum Einkommen der Familie beizutragen.

 

Nach dem Abschluss der Junior High School ging sie zum Alabama State College for Negroes. Krankheit und Tod der Großmutter unterbrachen jedoch ihr Studium. Dem Kampf gegen Diskriminierung der Schwarzen blieb Rosa ein Leben lang treu, auch als Drohungen 1957 einen Umzug von Montgomery nach Detroit nötig machten. Ihr Mann Raymond hingegen, den sie 1931 geheiratet hatte, war den Anfeindungen nicht gewachsen. 1987 gründete Rosa Parks das Rosa and Raymond Parks Institute for Self Development. Junge Menschen sollten die Möglichkeit bekommen, sich mit der Geschichte des schwarzen Widerstandes und der Geschichte der Bürgerrechtsbewegung zu befassen.

 

Späte Ehrung

 

1999 verlieh US-Präsident Bill Clinton der 86-jährigen die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses. 2001 wurden ihr zu Ehren eine Bibliothek und ein Museum in Montgomery eröffnet. Sie starb 2005 und war die erste Frau, die im Capitol öffentlich aufgebahrt wurde.

 

"Die einzige Sache die mich ärgert, ist, dass wir so lange mit dem Protest gewartet haben", sagte Rosa Parks. “The only thing that bothered me was that we waited so long to make this protest.”

 

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Das Porträt zu Rosa Parks von Ute Fahlenbock findet sich auf dem Frauenbiographie-Portal www.fembio.org von Professorin Luise F. Pusch.

 

 

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