Anderswo

Schlechter Sex, gut verkauft

Humor sei der beste Ausweg, meint Mia Ming. Sie hat mit Frauen gesprochen, die ihre schlimmsten "unvergesslichen Nächte" mit Männern schildern. Daraus ist das Buch „Schlechter Sex“ mit 33 Erfahrungs- berichten entstanden – aber wer braucht so ein Buch?

Mag sein: Über guten Sex reden alle. Er wird auf Kinoleinwänden zelebriert und von Ratgebern zum Nonplusultra erklärt. Auf ein intaktes Liebesleben möchte schließlich niemand gerne verzichten – auf den schönen Erfolg, bei „sexuellen Abenteuern“ glänzen zu können, auch nur wenige.

Insofern leuchtet das Anliegen, das Mia Ming mit ihrem Buch verfolgt, zunächst einmal ein. Die Berliner Autorin findet, dass heute viel zu wenig über schlechten Sex gesprochen wird, den es ja nun auch noch geben soll. Deshalb hat sie 33 Frauen verschiedenen Alters gebeten, doch einfach mal aus dem Nähkästchen zu plaudern: über Pleiten und Pannen, frustrierende Bettgeschichten und katastrophale Liebhaber.

Herausgekommen ist so ein Buch, das sich nach Verlagsangaben zwar gut verkauft, – das aber Wiebke Lorenz in dem Magazin „Der Stern“ nur zu einem sehr amüsanten Verriss inspirieren konnte. Die Journalistin hat sich mit Mia Ming getroffen und war einfach nicht überzeugt, weder von der Autorin noch von den Geschichten, die sich um so brisante Dinge wie „Filzläuse in Unterschichtswäsche“ drehen. Wiebke Lorenz kommt in ihrem Artikel zu dem Urteil: „Genauer betrachtet sind Mia Mings Geschichten (...) – kalter Kaffee.“

Dabei hatten Buch und Autorin eigentlich gar nicht so Dummes im Sinn und wollten Frauen ermuntern, nicht immer gleich sich selbst als die Schuldige zu sehen, wenn im Bett etwas schief läuft. „Frauen sind harmoniebedürftige Wesen, im Zweifelsfall neigen sie zur Selbstbezichtigung“, meint Mia Ming etwa auch erklärend auf der Website des Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlages, in dem ihr Buch erschien. Und weiter heißt es da, etwas gröber gefasst: „Die Männer sind schuld!“. Das aber, so meint Wiebke Lorenz, sei nicht unbedingt die Einsicht, die man zwingend aus der Lektüre gewinnen würde.

Warum nicht, das erfahren Sie, wenn Sie hierhin und zu dem Artikel im „Stern“-Magazin klicken.