Kerle & Küche

Schön und ungewöhnlich: Farmors südfranzösischer Hackbraten

Meine schwedische Großmutter kocht ganz ausgezeichnet, und sie ist ein phänomenal neugieriger Mensch. Noch heute, mit über neunzig Jahren, liebt sie es, Rezepte zu lesen und im Geist, aber durchaus auch am Herd, nachzukochen und dadurch ihr riesiges kulinarisches Repertoire ständig zu erweitern. Das finde ich schön und ziemlich ungewöhnlich.

Ziemlich ungewöhnlich ist für eine Frau ihrer Generation wohl auch, dass es für sie ganz selbstverständlich war, ihren drei Söhnen die Tätigkeiten des Hauhalts beizubringen. So also auch das Kochen. Und ganz besonders schön war, dass sie all ihren neun Enkelkindern je ein handgeschriebenes Kochbuch mit ihren Lieblingsrezepten aus sechzig Jahren geschenkt hat.

Was meine Großmutter nicht mag, sind Rezepte, in denen komische Zutaten vorkommen, die es fast nirgends zu kaufen gibt oder die man nur für dieses eine Rezept erstehen und anschließend in der Speisekammer verstauben lassen muss. Aber wer mag schon solche Rezepte.

Ich habe hier ein sehr bewährtes Rezept von meiner Großmutter leicht abgewandelt. Aber garantiert nur mit Zutaten, die es fast überall zu kaufen gibt und die man, sollten sie beim Kochen nicht alle draufgehen, anderweitig verwenden oder ohne viel Federlesens einfach aufnaschen kann.


Farmors südfranzösischer Hackbraten

400 g Gehacktes (vom Rind oder gemischt)
5 EL Semmelbrösel
200 ml Brühe
1 Ei
1 TL Salz
Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
2 Knoblauchzehen, gepresst
4-5 getrocknete Tomaten, klein gehackt
8-10 schwarze Oliven, klein gehackt
1 TL Thymian
1 TL Rosmarin
3 Lorbeerblätter
Olivenöl


Den Ofen auf 175 °C vorheizen. Die Semmelbrösel mit der Brühe vermischen und einige Minuten quellen lassen. Die Gewürzkräuter zerbröseln oder mit einem Mörser zerstoßen. Den Knoblauch pressen und zusammen mit dem Hackfleisch, dem Ei, den getrockneten Tomaten, den Oliven, Salz, Pfeffer und etwa der Hälfte der Gewürzkräuter (Thymian und Rosmarin) zum Brühe-Brösel-Gemisch geben, alles rasch zusammenrühren.

Eine ofenfeste Form mit wenig Olivenöl ausfetten. Aus dem Hackfleischteig einen Brotlaib formen und diesen in der Mitte der Ofenform platzieren. Die restlichen Gewürze gleichmäßig drüberstreuen, zuoberst die Lorbeerblätter auflegen. Zum Schluss mit etwas Olivenöl (ca. 2 EL) beträufeln. Etwa 1 Stunde lang im Ofen backen.

Sauce zum Hackbraten

2 EL Butter
1 ½ - 2 EL Mehl
300 ml Wasser
200 ml Kochsahne
1 Brühwürfel (oder 2 gehäufte Teelöffel Brühpulver)
2 EL Roter Pfeffer
Sojasauce
Schwarzer Pfeffer

Die Butter in einem Topf zerlassen, das Mehl darin anschwitzen und nach und nach mit Wasser und Sahne ablöschen. Den Brühwürfel zerbröseln und hineinrühren. Den Roten Pfeffer zerstoßen und zur Hälfte ebenfalls unter die Sauce rühren. Mit schwarzem Pfeffer und Sojasauce abschmecken. Den restlichen Roten Pfeffer beim Servieren drüberstreuen.

Zum Hackbraten schmecken Kartoffeln und ein grüner Salat.


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Jonas Larsson kocht gern und lebt mit Frau und Kindern in Berlin.

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