Reizthema

Striptease als feministischer Protest

Über "Femen" - eine ungewöhnliche Frauenbewegung in der Ukraine

Unbequeme junge Frauen provozieren in der Ukraine medienwirksam mit halbnackten Körpern. Die "Femen" sind bildhübsch und wissen ihre Reize einzusetzen. Sie tun das für Selbstbestimmung - und gegen Sextourismus und Sexismus, aber auch gegen Wahlfälschung, Bestechung und Korruption. Regelmäßig gehen sie für ihre Aktionen auch unverhüllt auf die Straße.

 

Barbusig zum Protest?

Ein Kampf für Respekt und Würde, und das mit blankem Busen. Ist das nicht widersprüchlich? Geht das, ohne sich zu verbiegen?

Ja, da bleiben Gründerin Anna Hutsol und ihre Mitstreiterinnen unbeirrt. Wenn das der einzige Weg ist, um wahrgenommen zu werden, dann gehen sie ihn gerne. „Eine Frau“, sagt sie, „kann ihren Körper auch für nützliche Ziele einsetzen, nicht nur, um den Männern zu gefallen.“  So sichern sie sich die Aufmerksamkeit der Nachrichtenprogramme und somit der Öffentlichkeit zu den besten Sendezeiten.

 

"Wir sind keine schwachen Frauen"

 

 

(Mitglieder der Aktionsgruppe "Femen" protestieren gegen die Manipulation des demokratischen Systems vor dem Wahllokal in Kiew, Ukraine, am 7. Februar 2010. Auf den Transparenten steht "Der Krieg beginnt hier" und "Schluss mit der Plünderung des Landes.")

 

Und bevor nun manche(r) die Protestaktionen der "Femen" vorschnell als "absurde Showeinlagen" abwertet, gibt es Möglichkeiten, sich hier und da selbst ein Bild zu machen. Ihre Aktionen mögen grell und reißerisch wirken, doch ihre Forderungen sind politisch und sehr konkret. „Wir wollen nicht, dass die demokratischen Errungenschaften der Vorgängerregierung vollständig kassiert werden", erklärt Hutsol kämpferisch. "Wir sind keine schwachen Frauen, wir haben was zu sagen.“