Babe der Woche

Täuschend echt – aber ohne Migräneprobleme

Sie ist die erste Roboterfrau in der Menschheitsgeschichte, die nicht wie eine verbeulte Metallbüchse aussieht: Denn „Repliee Q1“ wurde nach dem Vorbild einer japanischen Nachrichtensprecherin geschaffen und hat auch sonst sehr menschliche Züge.

Sie kann sprechen, Kopf und Hände bewegen und scheint sogar zu atmen. Zumindestens hebt und senkt sich ihr Oberkörper genauso, wie er es tun würde, wäre sie aus Fleisch und Blut. Aber „Repliee Q1“ mag noch so täuschend echt wirken – sie ist kein Mensch.

Höchstens ist sie ein Menschheitstraum. An der japanischen Universität von Osaka jagte der Roboterexperte Hiroshi Ishiguro diesem Traum von einem künstlichen Wesen so lange nach, bis es ihm gelang, im Jahr 2005 eine kleine Sensation zu präsentieren: Er stellte einen ersten weiblichen Androiden vor, der so überzeugend menschlich auftrat, dass man doch glatt vergessen konnte, wie rein technisch die Seele dieser Dame eigentlich war. Wozu natürlich auch die hübsche Verpackung einiges beitrug: „Repliee Q1“ steckt nämlich in einer Silikonhaut – so schön und zart, dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, an den Kabelsalat darunter zu denken.

Vielleicht ist das ja auch der Grund, warum so mancher Experte für künstliche Intelligenz heute schon ins Schwärmen gerät: Roboter würden in Zukunft unsere Beziehungen verändern, vieles leichter und funktionaler machen, durchaus auch in unseren Lebens- und Sexpartnerschaften. Aber man muss gar nicht so weit gehen. Denn auch die anderen, die meinen, eine „Repliee Q1“ sei zukünftig vielleicht ganz gut „zum Vorlesen von Kinderbüchern“, stehen noch immer vor einem Problem:

Perfekt ist an dem neuen Wesen bisher fast alles – nur bis zur Gürtellinie. Die Roboterdame kann stehen und sitzen, aber laufen kann sie leider noch nicht. Ob sie es wohl jemals lernen wird? Es gäbe da einige Schwierigkeiten, verraten Wissenschaftler ohne Umschweife: Wer einem Androiden wie diesem das nötige technische Equipment für so ein kompliziertes Bewegungsmuster wie das Laufen einpflanzen möchte, der braucht Platz. Sehr viel Platz sogar. Oder anders ausgedrückt: Mit dicken Beinen wäre hier sicher zu rechnen.

Ob da nicht der schönste Traum vom künstlich geschaffenen Idealweibchen auch gleich wieder zerplatzt? Als Frau stellt man sich die Frage vermutlich etwas anders: Eine „Repliee Q1“, die laufen könnte, was würde die wohl mit ihrer neuen Bewegungsfreiheit zu allererst anfangen? Reißaus nehmen?