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Tiefstapeln

„So starten Sie ganz vorsätzlich ins Neue Jahr“ oder „Was sollen die guten Vorsätze, wenn sie doch keiner einhält?“

Es ist mal wieder soweit, wir nehmen uns zum Jahresanfang die „dollsten Dinge“ vor, sind aber in der Einhaltung dieser wissentlich inkonsequent: Entsagung der Zigarette, mehr Schlaf, Zeit für Freunde, Reisen, Kultureinflüsse, weniger Schokolade, Alkohol und unkontrollierte Kaufattacken. Laut dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos, das im Auftrag der Allianz AG in einer Umfrage die guten Vorsätze der Deutschen ermittelte, haben sich 45 Prozent der Befragten etwas für das Jahr 2008 vorgenommen. Aber mal ehrlich, könnten wir nicht das ganze Jahr über unser Leben „groß“ verändern, und tun es trotzdem nicht?

Daher lautet mein Vorschlag, für das kommende Jahr sich bewusst für ein realistisch umsetzbares Vorhaben zu entscheiden und lieber kleiner zu „stapeln“. Folgende Beispiele dienen der Anregung eigener selbstreflektierender Denkprozesse, können aber auch gerne eins zu eins übernommen werden.

Im Jahr 2008 werde ich…

1. mich endlich um einen günstigeren Telefon- und Internetanschluss kümmern und nie mehr bei der Telekom in der Warteschleife hängen.

2. mindestens ein Buch, dessen Autor den Literaturnobelpreis erhalten hat, lesen.

3. den hässlichen BH mit den ausgeleierten Trägern definitiv in den Müll werfen, egal wie gerne ich ihn unter dem Kuschelpullover trage.

4. meinem Chef beim Verlassen des Büros ein Luftküsschen zuwerfen.

5. alle Kettenemails, die mir tausend Jahre Glück in der Liebe und Unglück bei Nichtweiterverschicken an mindestens 10 Freunde versprichen, sofort löschen.

6. meinen Timeplaner, den ich jährlich unter dem Weihnachtsbaum finde, auch benutzen, indem ich gleich damit anfange, das Adressenregister anzulegen.

7. allen telefonischen Meinungsumfragen mit einem „Tut mir leid, aber ich bin gerade auf dem Sprung zum Flughafen, muss meinen Flug nach New York kriegen.“ geschickt aus dem Wege gehen.

8. keinem Mann, der sagt „Ich bin einfach kein Beziehungstyp“, eine Träne nachweinen.

9. mein Antivirus-Update regelmäßig laufen lassen.

10. mir nicht, nachdem ich gerade zur Tür hereingekommen bin, sofort mein Telefon schnappen und die Liste der entgangenen Anrufe anschauen.

11. nicht mehr die Funktionsfähigkeit meines Telefons überprüfen, indem ich total dämlich dem Freizeichen lausche.

12. bei der Einnahme meiner Pille immer auf die „richtige Reihenfolge“ achten, also: nach Montag kommt Dienstag, dann Mittwoch, dann Donnerstag, dann Freitag, dann Samstag, dann Sonntag und nicht umgekehrt.

13. keinen trockenen Weißwein mehr trinken, nur weil er nicht so fett macht wie lieblicher.

14. auch mal ein Bier trinken.

15. wesentlich mehr Musik bei youtube hören statt pro Song 0.99 Cent bei itunes zu zahlen.

16. mich im Fitnessstudio, wenn alle Crosstrainer besetzt sind, erkundigen, wie lange die Damen gedenken, diese noch zu benutzen, um nicht wie ein Schießhund auf dem Fahrrad zu lauern, bis einer frei wird – und ihn mir dann vor der Nase wegschnappen zu lassen, weil ich das verdammte Fahrrad eben noch von meinem Schweiß reinigen musste.

17. alle aus der Bibliothek ausgeliehenen Bücher und DVDs rechtzeitig zurückgeben.

18. öfter mal meine Pumps ausführen, obwohl ich in einer Kleinstadt wohne, in der es ausschließlich Kopfsteinpflaster gibt.

19. auf Sternzeichen pfeifen und den unmöglichsten Astro- Partner zu mir nach Hause auf ein Glas Wein einladen.

20. mir eingestehen: Es gibt gar keine „kleinen“ Vorsätze.