Reizthema

Trauer, Stolz und Nachdenklichkeit

Nachdenken über die eigene Haltung. Zwischen Anerkennung und Stolz. Die Trauerfeier für die getöteten Bundeswehrsoldaten gerät in die Debatte um den Einsatz in Afghanistan.

Tote Soldaten. Irgendwie muss man/frau sich dazu stellen. Ob frau/man nun pazifistisch den Krieg oder kriegsähnliche Zustände lieber abwählen würde oder nicht. Da taucht die Vokabel „stolz“ auf. Sind wir stolz auf die Gefallenen? Müssen wir das sein? Sind wir es ihnen schuldig? Und warum?

 

„Stolz“ ist in diesem Zusammenhang ein Wort zum Stolpern, Stirnrunzeln, Nachhaken. Besonders, wenn es so gebraucht wird wie in der Sendung „Anne Will“ am 18.4.2010. "Gefallen in Afghanistan - gestorben für Deutschland?" Die Getöteten haben ihren Kopf hingehalten für eine Sache, an die sie glaubten. Damit verdienen sie Respekt. Brisant wird es, wenn es zur Ausnahme von der Regel wird, dass jemand sich für das engagiert, woran der glaubt und man deshalb stolz auf diese (vorbildliche) Ausnahmehaltung ist.

 

Wie wir sprachlich damit umgehen, dass Angehörigen und Freunde um in Afghanistan Getötete trauern müssen, berührt mich. „Gefallene“ ist ein gebräuchliches Wort, aber ist es nicht auch ein wenig von gestern? Es klingt meines Erachtens zu „weich“ für das Töten und Getötetwerden im Krieg. Für „Opferbereitschaft“ gilt das auch.

 

Ich gestehe, dass ich mich derzeit nicht abschließend zu dieser Frage der Begrifflichkeiten äußern kann. (Die Politik bzw. Lösungsmöglichkeiten für diesen Konflikt stehen auf einem anderen Blatt.) Doch ich möchte einen Kommentar von Deutschlandradio empfehlen, der mir beim Nachdenken hilft:

 

Dort heisst es am Ende: "Niemand darf stolz sein auf Tod und Krieg, das will nicht missverstanden werden. Wir selbst sollten aber unseren eigenen Stolz überwinden und den Soldaten den verdienten Respekt zollen - in Worten und Taten, im Stillen wie in der Öffentlichkeit."