Reizthema

Venus als Supermodel

Mit anderen Augen - abgespeckt und auf size zero getrimmt

Von: Bärbel Kerber

vom 22.02.12

Besser oder schlechter? Diese Vorher-Nachher-Fotos machen nachdenklich. Immerhin handelt es sich hier um die Venus  - das Symbol für Schönheit und "römische Göttin der Liebe, des erotischen Verlangens".

 

 

Künstlerin, Schauspielerin und Model Anna Utopia Giordano spielte am Computer mit berühmten Venusdarstellungen aus Renaissance und Barock und passte sie heutigen Vorstellungen von Schönheit an. Boticelli, Titan, Hayez und viele Maler früher hatten offensichtlich andere Bilder im Kopf, wenn sie an eine sinnliche, nackte, betörende Frau dachten.

 

Heutige Sehgewohnheiten

 

Dass Schönheitsideale nun einmal dem Wandel unterliegen und sich historische und kulturelle Veränderungen wie ein Naturgesetz unaufhaltsam vollziehen, war auch Anna Utopia Giordano sehr wohl bewusst, als sie ihre Photospielereien vornahm. Doch nebenbei stellt sich dem Betrachter unweigerlich die Frage, was die heutigen technischen Möglichkeiten mit uns machen.

 

 

Das Venus-Projekt führt machtvoll vor Augen, wie einfach es heute ist, nachzuhelfen und zu verändern, bis das abgebildete Äußere vor allem einem künstlichen Standard entspricht. Und wie dauerhafter Konsum nachbearbeiteter und geschönter Fotos unsere Sehgewohnheiten und unser ästhetisches Empfinden unbemerkt beeinflussen.

 

Künstliche Perfektion

 

"But, to the point, the collection, called Venus, also shows how easy it’s become for the fashion industry to manipulate photos — electronically shrinking that, enlarging those — creating artificial beauty standards that some critics call too high for the average woman," resümiert ein kritischer Betrachter. Und dabei kommt häufig so etwas wie hier heraus: Photoshop-Unfälle bis hin zu ihrer Unkenntlichkeit veränderte Celebrities.

 

Mehr vom Venusprojekt...

 

Zur Fotogalerie des Venusprojektes auf der Website der Künstlerin.