Reizthema

Verschwendung

Was brauchen wir? Wie nachlässig gehen wir manchmal mit Lebensmitteln um? Wenn die Weihnachtszeit nachdenklich macht.

Langsam läuft wieder die „Fröhliche Weihnachten für Alle" Aktion bei den Tafeln an. Ich nahm das zum Anlass in meine Schränke zu schauen, ob dort nicht Lebensmittel sind, die wir überhaupt nicht mehr essen werden.

 

Lebensmittelfehlkäufe sind Luxus

 

Versteht mich nicht falsch: Kein abgelaufenes Haltbarkeitsdatum oder irgendetwas anderes fieses. Nur manchmal gibt es bei mir Lebensmittelfehlkäufe.

 

Eine teure Marmelade, bei der ich mich vergriffen habe. Die Geschmacksrichtung mag ich nicht. Ein Glas Rotwurst, von der ich dachte, mein Mann isst sie. Aber er findet Wurst im Glas nicht lecker. Brühwürste der falschen Marke. Wenn man etwas Geld hat, kann man sich solche Empfindlichkeiten „leisten".....

 

Verschwendung in Deutschland

 

Da ich am aussortieren war, schaute ich mir auch die anderen Lebensmittel an. Dabei entdeckte ich ich auch einige mit abgelaufenen Haltbarkeitsdatum. Teilweise vergessen, teilweise keine Lust drauf gehabt. Auch diese Verschwendung kann man sich „leisten", wenn man in Deutschland lebt.

 

Mich machte die Tüte mit den abgelaufenen Lebensmittel doch sehr nachdenklich. Kann ich es mir wirklich „leisten"? Es ist ja eine unglaubliche Verschwendung. Nicht nur meines eigenen Geldes. In diesen Lebensmittel steckt Arbeit, Rohstoffe, Energie. Lebensmittel sind doch ein bisschen MEHR als ein Wegwerfartikel. Auch wenn es wie ein Klischee klingt: Es gibt noch viele Länder auf dieser Erde, wo man sich einen solchen Umgang mit Lebensmittel nicht „leisten" könnte. Wo sie knapp und damit sehr kostbar wären. Selbst vor der eigenen Haustüre, hier in Deutschland, gibt es Menschen, für die diese Sachen ein Geschenk darstellen würden. Und ich schmeiße sie einfach in die Mülltonne, weil ich nicht aufgepasst habe.

 

Wie geht es besser?

 

Dabei habe ich mich vor einigen Wochen bei einem Fernsehbericht geärgert, wie Supermärkte mit Lebensmittel umgehen. Wie noch essbare Ware teilweise nicht an Tafel und Co. gehen, sondern im Container landet. Aber ich mache es auch nicht besser.

 

Im Moment überlege ich, wie ich wenigstens mich ändern kann. Ordnung zu halten ist der Anfang. Noch besser wäre ein System. So wie die Supermärkte es auch machen: Ware mit dem niedrigsten Verfallsdatum kommt nach vorne. Vielleicht spende ich das ersparte Geld. Besser als es in die Mülltonne zu werfen, wäre es auf jeden Fall.

 

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Anita Römgens ist ein lebenslustiges Landei vom linken Niederrhein, das gerne schreibt und viel reist. Der Hauptjob als Betriebswirtin zahlt die Miete, ist aber nicht wirklich spannend.

 

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