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Wonnemonat Mai

Alles neu macht der Mai? Blumig, wonnig, frühlingshaft – und verheuschnupft!

Da ist er also, der Frühlings-, Blumen-, Wonnemonat Mai. Die Vögel fallen vor Leidenschaft von den Bäumen. Autofahrer werden plötzlich ganz komisch, drehen die Musik lauter und fahren rund 20 km/h schneller. Frühlingsgefühle nennt man das wohl. Auf einmal wollen alle flirten, und als ich die Zeitung aufschlage, steht da prompt „Flirt im Flug - Ich würde dich gerne wieder sehen“, sucht jemand eine Person, die ihn Tage zuvor am Flughafen beeindruckt hatte.

 

Wie kommt es eigentlich, dass wir im Winter weniger rege, eher noch träge, sind und uns lieber einigeln, als „auf die Pirsch“ zu gehen? An den Speckrollen allein kann es nicht liegen. Die weichen ja auch nicht über Nacht, nur weil plötzlich Frühling ist. Offenbar ist das Sonnenlicht für unsere Gefühlswallungen verantwortlich, wenn es über die Augen ins Gehirn gelangt und dort verstärkt das Glückshormon Serotonin frei setzt.

 

Wo das nicht der Fall ist, wütet vielleicht Pollinosis - wahrlich kein Glück, sondern schnöder Heuschnupfen. Was banal klingt, ist oft ziemlich lästig, ich kann da seit zehn Jahren mitreden. Von der eitrigen Bindehautentzündung über die Kreuzallergie bis hin zum allergischen Asthma habe ich die Palette durch und bin froh, wenn es in einem Jahr mal bei fließender Nase mit Niesattacken und Kratzen im Hals bleibt.

 

Kürzlich habe ich die Liste mit den Nahrungsmitteln, die ich wegen Reaktion auf Beifußpollen meiden soll, in den Papiermüll gegeben. Nie wieder Kartoffeln, Möhren, Nussnougatcreme? Statt dessen proper machende Tabletten auf Privatrezept? Weder noch. Derzeit helfe ich mir mit homöopathischen Globuli. Deswegen wurde ich kürzlich mit diesem mitleidigen „du hast wohl den Knall nicht gehört“-Blick bedacht. „Man muss nur dran glauben“, hieß es da spöttisch. „Wenn ihr erst mal röchelt, weil irgendwelche blöden Pollen euer Immunsystem durcheinander wirbeln...“, dachte ich spöttisch zurück angesichts meines speziellen „Frühlingsgefühls“. Und was eventuell verhinderte Wallungen angeht, trösten Sie sich: Lieber Heuschnupfen als gar keine Frühlingsgefühle!