Rund um meine Geburtstage beschleichen mich immer so kleine Sinnfragen-Krisen. Sozusagen Balanceakte zwischen Depression und Resignation.
Aktuelle Sinnkrise:
Mit Hilfe von starken Medikamenten, temporären Aufenthalten in der geschlossenen Psychiatrie und Elektroschocktherapie hatte ich diese Sinnkrise schon fast überwunden, da traf mich gestern die persönliche Empfehlungsliste für Bettina S. bei Amazon.de wie ein Keulenschlag:
Was soll das?
Glaubt Amazon etwa, dass das Lesen der einmal bestellten Erziehungsratgeber nicht ausreichend war und empfiehlt mir deshalb fortwährend neue Ratgeber? Auch das Stillbuch zu empfehlen ist anmaßend. Vor vier Jahren ähnliche Literatur bestellt zu haben, rechtfertigt nicht, einer Frau im gebärfähigen Alter weitere Stillliteratur anzubieten. Noch dazu, wer einmal gestillt hat, weiß normalerweise, wie es funktioniert!
Könnte man mir also bitte Bücher empfehlen, die einen philosophischen Ansatz haben. Könnten auf dieser Liste bitte Empfehlungen stehen, die äußerst großes Wirtschaftsverständnis voraussetzen? Könnte man mir bitte Literatur vorschlagen, die ich demonstrativ in die erste Reihe unseres Bücherregals stelle und nicht hinten irgendwo verstecken muss?
Es ist also an der Zeit etwas zu ändern. Denn offensichtlich hat sich meine geistige Entwicklung von der Gebär-, Still- und Erziehungsmaschine noch nicht bis Amazon durchgesprochen. Und wenn Amazon noch nicht Bescheid weiß, dann wissen es die restlichen 6,6 Mrd Bewohner dieses Planeten auch noch nicht.
Was also tun?
Wirtschaftsvertretern initiieren und darüber live und exklusiv auf pappalatur.at berichten.
Ich könnte…
:::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::
Die Autorin Bettina Schenk: Sie ist eine Österreicherin, die nach sechs Jahren in Hamburg weiterzog ins Berliner Umland. Ob diese Entscheidung mutig oder wahnsinnig war, versucht sie täglich herauszufinden.