Sie hatte die Sterblichkeitsrate der Soldaten in den Lazaretten durch ihren genialen Einsatz enorm reduziert und neue Maßstäbe in der Krankenpflege gesetzt. Dabei entschied sie sich – nach einem langen Ringen um die Frage, wie sie ihrem Leben Sinn geben könnte – erst mit 32 Jahren, sich zur Krankenpflegerin ausbilden zu lassen.
Verwaltung der Lazarette
Ihre Schrift „Cassandra“, ein flammender Protest gegen die erstickende Weiblichkeitsnorm ihrer Klasse und ein zentraler Text des englischen Feminismus, war der Einstieg in ihr aktives Leben. 1853 übernahm Nightingale die Leitung eines Frauen-Spitals. Ein Jahr später wurde sie vom Kriegsminister auf die Krim geschickt, um den schrecklichen Missständen in den Lazaretten entgegenzuwirken. Nur 38 Krankenpflegerinnen standen ihr zur Seite in ihrem unermüdlichen Kampf gegen den Mangel an Nahrung, an Hygiene und Sanitätsmaterial, gegen den engstirnigen Widerstand der Heeresbürokratie, gegen die Cholera und andere Krankheiten. Bald hielt die energische Verwaltungschefin die gesamte Versorgung der Lazarette mit über zehntausend Menschen in ihrer Hand – und revolutionierte dabei die Krankenpflege.
Vorbild für moderne Krankenpflege
Nach ihrer Rückkehr nach England, krank durch die aufreibenden Anforderungen, aber entschlossen weiterzukämpfen, schrieb sie nicht weniger als 200 Bücher und Berichte über soziale Probleme, wie z.B. den Welthunger, die Erziehung, den Bau von Krankenhäusern und die Heeresverwaltung. Ihre School for Nursing wurde zum erfolgreichen Vorbild für eine moderne Krankenpflegeausbildung. Königin Viktoria über die geniale Organisatorin: „Ich wünschte, wir hätten sie im Kriegsministerium!“
Eine Porträt zu Florence Nightingale von Joey Horsley und Evelyn Thriene mit allen relevanten Quellen findet sich auf dem Frauenbiographie-Portal www.fembio.org von Professorin Luise F. Pusch