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		<title>Neue Artikel auf MissTilly.de</title>
		<link>http://www.misstilly.de/</link>
		<description>Don't miss tilly</description>
		<language>de</language>
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			<title>Neue Artikel auf MissTilly.de</title>
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		<lastBuildDate>Thu, 02 May 2013 11:42:00 +0200</lastBuildDate>
		
		
		<item>
			<title>&quot;Wie man richtig an Sex denkt&quot;</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/wie-man-richtig-an-sex-denkt.html</link>
			<description>&quot;Großartiger Sex erscheint uns manchmal flüchtiger als das Glück&quot;, steht schon auf dem Klappentext....</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Ein MUSS-Buch; ein Buch, das jeder gleich mehrmals kaufen sollte, um es an beste Freunde zu verschenken. Und um sein Exemplar eifersüchtig hüten zu können - zum Immer-mal-wieder-Reinschauen, denn:<br /> <a href="http://www.randomhouse.de/Paperback/Wie-man-richtig-an-Sex-denkt-Kleine-Philosophie-der-Lebenskunst/Alain-de-Botton/e394842.rhd?mid=1&amp;serviceAvailable=true#tabbox" target="_blank" class="external-link-new-window" ><br /> &quot;Wie man richtig an Sex denkt&quot;</a> ist viel mehr als eine &quot;kleine Philosophie der Lebenskunst&quot;, wie es der Untertitel verspricht. Es ist eine große und großartige LebensHILFE für alle zwischen 14 und 94. Nicht nur für jene, die gerade nach einem Neuen suchen oder an sich, beziehungsweise dem Partner (ver)zweifeln. Es liefert auch den Glücklichen, die mit ihrer Sexualität zufrieden sind, klugen Anregungen zum Weiterdenken. </p>
<p class="bodytext"><b><br /></b></p>
<p class="bodytext"><b>Handfeste Ratschläge</b><br /> <br /> Der Autor, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alain_de_Botton" target="_blank" class="external-link-new-window" >Alain de Botton</a>, in Zürich geboren und heute in London zuhause, wurde mit dem Bestseller &quot;Trost der Philosophie&quot; international bekannt, denn er bewies damit: Ein als &quot;schwierig&quot; angesehenes Thema wie Philosophie kann 1. so aufbereitet werden, dass auch Philo-Laien etwas damit anfangen und ihre Freude an hochkarätigen Ideen haben können, und 2. dass intelligente (und humorvolle) Antworten auf philosophische Fragen&nbsp; jedem zu einem zufriedeneren Leben verhelfen. In seiner Londoner <a href="http://www.theschooloflife.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" >School of Life</a> und mit einer ganzen Reihe von 'Lebenskunst'-Ratgebern bietet er weitere Anregungen für Sinnsucher.<br /> <br /> Was seine auf etwas über 200 kleinformatigen Seiten zusammengefassten Aussagen über Sex so angenehm von den Überlegungen anderer Ratgeber <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20130502photocase393629331397.jpg.jpg" height="222" width="320" alt="" />unterscheidet: Alain de Botton ist ehrlich mit sich selbst und anderen, aber er nimmt Fehler, die wir alle beim Sex so leicht machen, gelassen als unvermeidbar hin und gibt handfeste Ratschläge, wie der Leser mit seiner Unsicherheit, seinem Frust und seinen Sehnsüchten klarkommen kann. Besonders deutlich wird das beim Thema &quot;Liebe contra Sex&quot;. Da schreibt de Botton zum Beispiel: &quot;... sich Liebe mehr zu wünschen als Sex oder sogar anstelle von Sex, ist nicht &quot;besser&quot; oder &quot;schlechter&quot; als der umgekehrte Fall. Beide Bedürfnisse haben ihren Platz im Repertoire der menschlichen Gefühle und Sehnsüchte.&quot; </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Liebe ist edler als Sex? Quatsch!</b><br /> <br /> Das widerspricht dem gesellschaftlichen Paradigma, unser aller Überzeugung, dass Liebe höherwertiger, erstrebenswerter, edler sei als ein guter Orgasmus. De Botton zeigt klar, wie groß unser Irrtum hier ist. Warum? Nur wenn wir unsere &quot;gesellschaftlichen Tabus&quot; überwinden, von denen die Wünsche nach Liebe und Sex umstellt werden, so sagt de Botton, wird Glück möglich, denn damit wird &quot;der Zwang zur Heuchelei beseitigt ... das Leid und schlechte Gewissen abgebaut&quot;, die &quot;er nach sich zieht.&quot; <br /> <br /> Nachdenkenswert, oder? So geht es den Lesern ständig, wenn sie sich atemlos-neugierig durch &quot;Wie man richtig an Sex denkt&quot; fressen. Man schwankt zwischen schockierter Abwehr (nein, das geht mir viel zu weit!), amüsiertem Schmunzeln (ja, hübsch zusammengefasst!) und dem Aha-Moment, in dem man erstaunt erkennt, dass die Überlegungen des Autors auch die eigenen Probleme ansprechen. Und helfen, damit fertig zu werden.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Die Lust auf der Flugzeugtoilette</b><br /> <br /> Die Auswahl an Themen ist groß. Da geht es um das Kamasutra und andere Sexratgeber, um den ersten Kuss und sexuellen Wünsche, die weit über das <img class="imageleft-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20130502alain-de-botton-sex-buchcover.jpg.jpg" height="338" width="240" alt="" />&quot;Normale&quot; hinausgehen. Alain de Botton schreibt über die Lust an Uniformen, Flugzeugtoiletten als Sehnsuchtsorte für sexuelle Erfüllung und &quot;unhöfliche Liebe&quot;. Er liefert Einblicke in die Evolutionsbiologie (und erklärt, weshalb man sie nicht gar zu ernst nehmen sollte) und spanischen Barock. Es geht um Seitensprünge (vor denen der Autor vorsichtig warnt) und mangelnde Lust, Sex zu dritt und die Geschichte der Impotenz. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><b>Auch Peinliches wird angesprochen</b><br /> <br /> Nein, hier wird nicht drum herrum geredet. Hier werden auch Themen, die einige sogar im Gespräch mit einem Therapeuten als peinlich empfinden würden, deutlich angesprochen - und dann mit Witz und Einfühlungsvermögen kurz, aber immer intelligent abgehandelt. Das macht das kleine Buch zu einem großen Kunstwerk und zu wertvoll, um es zu verleihen, denn es hat - jenseits von aller Aufklärung über Sexualität - noch einen weiteren Vorteil:<br /> <br /> &quot;Wie man richtig an Sex denkt&quot; lehrt wirklich, wie im Untertitel versprochen, 'Lebenskunst'. Logisch: Wenn man sich erst einmal mit seinen sexuellen Lustvorstellungen und Enttäuschungen auseinandergesetzt (und damit abgefunden!) hat, bleibt sehr viel Zeit, um andere Frustquellen zu verstopfen. Um dann dank dieses philosophischen Inputs insgesamt einen verträglicheren Gefühls-Output zu genießen, also glücklicher und entspannter zu leben. Besseres kann ein Buch wirklich nicht bieten!</p>]]></content:encoded>
			<category>Lesen</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Thu, 02 May 2013 11:42:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Absage an die Frauenquote </title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/absage-an-die-frauenquote.html</link>
			<description>Eine Niederlage für alle.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext"><strong>Was am Tag der <a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/frauenquote-scheitert-im-bundestag-nur-verliererinnen-ausser-der-fdp-1999189.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >missglückten Abstimmung im Bundestag</a> so alles zu     hören war:</strong><br />     <br />     &quot;In der Hölle ist ein Platz für solche Frauen reserviert, die sich     nicht gegenseitig helfen&quot; - ein Zitat von Madeleine Albright, das an     dem Tag etwas überstrapaziert wurde.<br />     <br />     &quot;Das reicht allemal für einen Platz im Himmel.&quot;<br />     CDU-Abgeordnete Jan-Martin Luczak<br />     <br />     &quot;Männliche Karrieren werden beim Pinkeln entschieden.&quot; <br />     SPD-Abgeordnete Eva Högl<br />     <br />     &quot;Jetzt müssen Taten her. Und nicht dieser Flexi-Quoten-Quatsch, den     die sogenannte Frauenministerin will.&quot;<br />     SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier<br />     <br />     &quot;Ich appelliere an Ihre Vernunft, an Ihren Mut, an Ihre Ehre. Nehmen     Sie die Frauen ernst und stimmen Sie unserem Antrag zu.&quot;<br />     SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier<br />     <br />     &quot;Stehen sie wenigstens zu diesem Mini-Schritt!&quot;<br />     Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckhardt<br />     <br />     &quot;Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen haben, nicht nur in     der Wirtschaft, sondern überall&quot;. <br />     Unions-Fraktionschef Volker Kauder<br />     <br />     &quot;Wir lassen der Wirtschaft bis 2020 Zeit und dann wird's ernst,     meine Damen und Herren. So läuft die Geschichte.&quot;<br />     Unions-Fraktionschef Volker Kauder<br />      <br />     &quot;Warum nicht gleich noch ein Mindestlohn für das Jahr 2090? Das ist     Heuchelei. Das ist Volksverdummung, was hier stattfindet&quot;<br />     SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier<br />     <br />     &quot;Mein Gott, und darum machen Sie ein Gesumms, als würden das     Abendland und die Regierung daran zu Grunde gehen.&quot;<br />     Linken-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi<br />     <br />     „Manchmal       muss man das Gegenteil tun, damit man erreicht, was man will.“<br />       CDU-Abgeordnete Rita Pawelski</p>
<p class="bodytext"><br />     &quot;Es ist schlimm, dass Sie heute Frauen zwingen, gegen Frauenrechte     zu stimmen.&quot;<br />     Linken-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi<br />     <br />     &quot;Das war kein guter Tag für Frauen&quot;,<br />     Grünen-Fraktionschefin Renate         Künast<br />       <br />       „Dies hätte ein historischer Tag sein können.“ <br />     SPD-Abgeordnete Dagmar Ziegler </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>War was?</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Fri, 19 Apr 2013 20:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Kein Vorwurf - aber Ermutigung, seitenweise</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/kein-vorwurf-aber-ermutigung-seitenweise.html</link>
			<description>Statt Zickenkrieg. Sheryl Sandberg heizt mit ihrem Buch die Feminismusdebatte neu an.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Dass wir mit der Gleichstellung von Mann und Frau noch nicht wirklich so weit gekommen sind, wie wir wollten und dachten, ist mittlerweile traurige Tatsache. Und es ist schon viel gerätselt, geforscht und geschrieben worden, woran es liegt und weshalb Frauen sich so schwer tun. Hier kommt frischer Stoff für die Debatte. Das neue Buch von Sheryl Sandberg, Geschäftsführerin bei Facebook, <a href="http://www.ullsteinbuchverlage.de/econ/buch.php?id=42498&amp;page=buchaz&amp;sort=&amp;auswahl=A&amp;pagenum=7" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;Lean in&quot;</a> zeigt, wie hochaktuell das Thema ist und sorgt auch bei uns derzeit für eine Menge Diskussionen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Kritik von Frauen</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Kaum ist das Buch in den Buchhandlungen gelandet, bezog die erfolgreiche Managerin auch schon ordentlich Prügel dafür - vor allem von, natürlich, Frauen. Weil Sandberg unter anderem davon schreibt, wie sehr diese sich abdrängen ließen, zu wenig aggressiv seien und ihr Licht unter ihren Scheffel stellten. Viele mögen es nicht, davon zu lesen, dass sie selbst durch eigene Unzulänglichkeiten ihre Karriere verhindern würden und unterstellen Sandberg, sie greife die Frauen an, indem sie ihnen vorwerfe “selbst schuld zu ein”. Vielleicht liegt es an dem Buchtitel. ”Lean in” – in Deutsch: “Hängt euch rein!&quot; klingt ein wenig nach<a href="http://www.amazon.de/Die-Feigheit-Frauen-Geiselmentalit%C3%A4t-Streitschrift/dp/3570100707" target="_blank" class="external-link-new-window" > “Die Feigheit der Frauen”</a>. Aber Sandberg wird dabei offensichtlich missverstanden. Wer ihr Buch liest, sieht ganz <a href="http://www.forbes.com/sites/susanadams/2013/03/04/10-things-sheryl-sandberg-gets-exactly-right-in-lean-in/?ss=winning-women-13" target="_blank" class="external-link-new-window" >deutlich</a>, worum es Sandberg wirklich geht - nämlich darum, was jeder Einzelne für die Gleichberechtigung im Büro tun kann.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Sandberg beschreibt die vielen internen Hemmnisse und Hürden, anerzogenen <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20130412sandberg-buchcover_01.jpg.jpg" height="478" width="300" border="0" alt="" />Geschlechterstereotype, die es zu überwinden gelte und mit denen auch sie zu kämpfen hatte. In dem Buch, das sogar die <a href="http://www.bild.de/geld/wirtschaft/sheryl-sandberg/facebook-frontfrau-sagt-frauen-wo-es-lang-geht-29472648.bild.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Bild-Zeitung</a> (!) als &quot;Manifest der Frauenbewegung&quot; bezeichnete, und im April auf Deutsch erschien, weist Sheryl Sandberg ausführlich daraufhin, wie auch sie oft von Selbstzweifeln geplagt wurde und wie sehr es aus dem mangelnden Selbstbewusstsein der Frauen rührt, dass diese nicht vorankommen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Die Gender-Brille</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Das liege aber vor allem daran, dass Frauen und Männer mit verschiedenen Augen betrachtet werden. “Sometime I wonder what it would be like to go through life without beeing labeled by my gender”, schreibt sie. “Men in the professional world are rarely seen through the same gender lens”. Dass solche Ungleichheiten heutzutage kaum von Frauen selbst angesprochen - oder gar angeprangert - werden würden, erklärt sich für Sandberg ganz einfach: Frauen, besonders die noch jungen, am Beginn ihrer Karriere stehenden, hätten berechtigterweise Angst davor, dadurch als unprofessionell zu gelten oder als jemand, der die Schuld auf andere schiebt. “Anyone who brings up gender is wading into deep and muddy waters.”</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Auch mangelt es Sandberg nicht an Beweisen und Beispielen dafür, wie ungleich und ungerecht die Welt - allen voran die Geschäftswelt - Frauen behandelt. So zählt sie auf: Eine der größten Ungerechtigkeiten ist, dass Männer auf der Grundlage ihres Potenzials befördert werden, Frauen hingegen auf Grundlage vergangener Leistungen. Erschwerend kommt hinzu: Je erfolgreicher und mächtiger eine Frau wird, desto unsympathischer wird sie empfunden und dargestellt. Ausserdem werden Frauen, die Mütter sind, heute immer noch von starren Arbeitsbedingungen bestraft. Und: Von Frauen wird nicht nur daheim, sondern auch bei der Arbeit stillschweigend erwartet, dass sie mehr Zeit und mehr Wärme und Fürsorge bieten, als männliche Kollegen. “Views like this (...) are all too commonplace, and part of a pervasive pattern that belittles and marginalizes women as leaders.” </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Bleibt unzufrieden</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Dabei erinnert die Facebook-Managerin gleichzeitig daran, dass diese verqueren Bilder von Frauen nicht nur bei Männern existieren, sondern auch Frauen selbst von anderen Frauen haben. Und sie widmet sich den “Mütterkriegen” und der Frage, warum ausgerechnet in Emanzipationsfragen, in denen Frauen doch Seite an Seite Verbesserungen erstreiten sollten, diese stattdessen auch noch gegenseitig aufeinander losgehen. Das liege - und hier zitiert sie die Juraprofessorin Joan Williams - an dem Aufeinanderprallen der beiden Ideale “gute Mutter” versus “erfolgreiche Berufstätige”. Jede Frau hat Gewissensbisse, ob sie es richtig macht - da ja beides nicht gleichzeitig gehen soll. Und jedes Mal, wenn uns das Gegenmodell vor die Nase gehalten wird, reagieren wir mit Unbehagen oder gar Zorn darauf, weil es uns an den Weg erinnert, den wir nicht eingeschlagen haben</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Das Buch schließt damit, uns zu ermahnen: “Wahre Gleichheit werden wir nur erreichen, wenn wir alle Stereotype bekämpfen, die uns zurückhalten.” Und Sandberg ruft dazu auf, dass wir unzufrieden bleiben sollen. Denn nur die Unzufriedenheit mit dem Status quo könne Veränderungen befeuern. Ein kluges Buch, für das Sheryl Sandberg Lob gebührt und nicht Tadel.</p>
<p style="line-height:1.15;margin-top:0pt;margin-bottom:0pt;" class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Starke Frauen</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Fri, 12 Apr 2013 17:17:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Das Siebentagegebet&quot;</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/das-siebentagegebet.html</link>
			<description>Der Debütroman der türkischen Autorin Zerrin Soysal wurde von einem besonderen Verlag herausgegeben.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Die Mutter stirbt in Istanbul und die drei erwachsenen Töchter - eine  lebt inzwischen in Deutschland, die zweite weit außerhalb von Istanbul  auf dem Land, die dritte in der Metropole - finden sich nur aus Pflichtgefühl in deren Wohnung ein. Sie treffen sich zum ersten  Mal seit langer Zeit wieder, um mit den Nachbarinnen der Verstorbenen  die unter Moslems übliche Siebentagegebete zu sprechen. Und um sich um das  Erbe zu kümmern. Das Gespräch der Schwestern entwickelt sich zur  Abrechnung mit der Mutter, denn sie hat die Familie eines Tages ohne ein  Wort der Erklärung verlassen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Knapp und elegant geschrieben</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Das klingt auf Anhieb nicht sonderlich spannend. Auseinandersetzungen um  die mütterliche Familie sind schließlich heute ein sehr beliebtes  Romanthema, aber die türkische Erzählerin Zerrin Soysal, gelernte  Apothekerin und heute Journalistin, liefert zwei Überraschungen:</p>
<p class="bodytext"> <br /> Zum einen schreibt sie in diesem, ihrem ersten Roman, einen großartigen,  sehr gekonnten Stil, so als ob sie schon Jahre lang geübt und sich  selbst immer wieder scharf kritisiert hätte - knapp, ohne ein  überflüssiges Beiwort, geradezu elegant. Zum zweiten ist ihre Geschichte  sehr viel spannender und anrührend als die üblichen Rückblicke wütender  Töchter. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Fremde Sitten, doch gleiche Gefühle</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Das liegt natürlich auch daran, dass sich die Erziehungssitten  der Türken sehr von unseren, den deutschen, unterscheiden - von der nach  wie vor sehr üblichen Verlobung und Verheiratung der Mädchen mit  Männern, die die Eltern aussuchen, bis zur immens starken Stellung der  Mutter, wenn es um &quot;richtiges&quot; Benehmen geht. Aber so fremd manche  dieser Sitten der deutschen Leserin sein mögen, die Gefühle von Hass,  Einsamkeit und Aufbegehren, die ungestillte Sehnsucht nach mehr Liebe,  die heftig verteidigte Anpassung an Verhältnisse, die nur schwer zu  ändern wären, sind in der ganzen Welt dieselben. Und diese schildert  Zerrin Soysal nicht nur mit großem Können, sondern mit großem  Einfühlungsvermögen. Ganz ohne Rührseligkeit.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Bemerkenswerter kleiner Verlag</strong><br /> <br /> <a href="http://binooki.com/das-siebentagegebet#full-description" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;Das Siebentagegebet&quot;</a> kommt aus dem winzigen Berliner Verlag <em>binooki</em>,  der sich auf türkische Autoren konzentriert. Wenn es in der Welt der  Bücher einigermaßen gerecht zugeht (was es leider nur selten tut),  müsste dieser großartige, kleine Roman ein Bestseller werden. Er hat es  wirklich verdient, denn er wird keinen Leser enttäuschen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Die zwei Berlinerinnen <a href="https://binooki.com/blog/uber-binooki/die-verlegerinnen" target="_blank" class="external-link-new-window" >Selma Wels und Inci Bürhaniye</a> gingen mit ihrem Verlag<a href="http://binooki.com/" target="_blank" class="external-link-new-window" > Binooki</a> an den Start, um türkische Literatur in deutscher Sprache zu publizieren - und das möglichst klischeefrei. Ihr Experiment ist gelungen und ihr Verlag mehrfach preisgekrönt sowie auf dem Erfolgsweg.&nbsp; </p>]]></content:encoded>
			<category>Lesen</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Tue, 19 Feb 2013 11:30:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Zugreifen, bitte!</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/zugreifen-bitte.html</link>
			<description>„Global Board Ready Women“ -  Frauen in die Aufsichtsräte</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Frau Reding macht es vor. Statt lange zu warten, bis ihren Plänen zur Frauenquote zugestimmt wird und diese irgendwann in unbestimmter Zukunft tatsächlich in den einzelnen EU-Ländern in Gesetze und - noch später - in die Praxis umgesetzt werden, sammelt sie hochqualifizierte Frauen und <a href="http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?ref=I075488&amp;videolang=de&amp;sitelang=en" target="_blank" class="external-link-new-window" >präsentiert sie</a> den Unternehmen. Eine Datenbank für potenzielle Aufsichtsrätinnen hat die EU-Kommissarin initiiert - und schwupps haben sich in kürzester Zeit schon 8.000 Frauen gefunden, die nur darauf warten, sich in Aufsichtsräten engagieren zu können.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Schluss mit den Mythen</strong><br /><br />„Ich bekomme häufig das Argument zu hören, es gäbe nicht genügend qualifizierte Frauen, die Positionen in Leitungsorganen bekleiden könnten. Heute machen die europäischen Business Schools und ihre Partner weltweit Schluss mit diesen <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20121214viviane-reding.jpg.jpg" border="0" height="292" width="200" alt="" />Mythen und mit den gläsernen Decken&quot;, <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/11065_de.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" >erklärt</a> die Vizepräsidentin und EU-Justizkommissarin Viviane Reding.<br /><br />Jetzt gibt es kein Wegschauen und keine Ausreden mehr: Die Kriterien an die Erfahrung der Frauen sind berechtigt anspruchsvoll: Die in der Datenbank der „Global Board Ready Women“ erfassten Frauen erfüllen allesamt die strengen Corporate Governance-Kriterien börsennotierter Unternehmen. Sie müssen eine mindestens fünfjährige Erfahrung auf der Vorstandsebene, der Geschäftsführungs- oder Aufsichtsebene börsennotierter oder nichtbörsennotierter Unternehmen, als Anteilseignerin mit Kontrollbeteiligung, Direktorin staatlicher Stellen, als Unternehmerin oder in wissenschaftlicher Spitzenposition nachweisen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Anspruchsvolle Kriterien</strong><br /><br />Zu recht müssen sie diesen hohen Standards genügen. Die europäische Kommission<a href="http://ec.europa.eu/justice/newsroom/gender-equality/news/121114_de.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" > legt großen Wert </a>auf strenge, objektive  Qualifikationskriterien, um &quot;eine bedingungslose, automatische Begünstigung des  unterrepräsentierten Geschlechts auszuschließen&quot;. Schwächere Maßstäbe bei den Frauen anzulegen, ist ohnehin völlig unnötig. Es gibt zuhauf führungserfahrene und topausgebildete Frauen. Von wegen &quot;wir würden ja gerne, können aber leider nicht..&quot;. Nun ist die Wirtschaft am Zug. Frau Reding hat es klug angestellt.<br /><br /><a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/eu-kommission-beschliesst-frauenquote-fuer-aufsichtsraete-a-867142.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Zur Erinnerung:</a> Erst im November diesen Jahres konnte sich die EU-Kommission darauf einigen, eine verbindliche Frauenquote von 40% für Aufssichtsräte vorzuschlagen. Das heisst aber noch gar nichts, solange noch nicht Europaparlament und Ministerrat zugestimmt haben. Derzeit sind nur 14% der Aufsichtsräte Frauen. Und die Mühlen der europäischen Bürokratie mahlen langsam, ebenso wie die Ratifizierung einer (noch unsicheren, weil noch gar nicht beschlossenen) Richtlinie in den EU-Mitgliedstaaten Zeit braucht. Zu viel Zeit, wie sich wohl auch die EU-Kommissarin und viele Frauen denken. Dass der erste Etappensieg nicht versandet, dafür könnte nun die Liste von Viviane Reding sorgen.<br /><br /><br />Detaillierte Infos zur Datenbank „Global Board Ready Women“ <a href="http://europa.eu/rapid/press-release_IP-12-1358_de.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" >hier &gt;&gt;</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Weibchenschema</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Fri, 14 Dec 2012 16:43:00 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>100 Euro für die Wahlfreiheit</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/100-euro-fuer-die-wahlfreiheit.html</link>
			<description>Das Betreuungsgeld ist nicht mehr als ein Kompromiß. Wer glaubt eigentlich wirklich daran, dass es...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Im August 2013 soll das Betreuungsgeld nun kommen. Beschlossen haben das zunächst die Koalitionsparteien. &quot;Begeisterung haben sie nicht vermittelt&quot; -<a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/koalitionsgipfel-alle-bedient-gezahlt-wird-spaeter-11950625.html" target="_blank" class="external-link-new-window" > milde formuliert</a>. Kurz darauf folgte der Bundestag. Und so winkte die Kanzlerin &quot;vor zwei Wochen das Betreuungsgeld durch, das Lieblingsprojekt der alten Herren in der Union&quot;, wie es der aktuelle &quot;Spiegel&quot; beschreibt.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Gegen den öffentlichen Konsens</strong><br /><br />Schwer zu sagen, was hier ärgerlicher ist: Dass es sich um einen <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nach-dem-koalitionsgipfel-merkels-sprecher-weist-vorwurf-des-kuhhandels-zurueck-11950400.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Kuhhandel</a><br />handelt, dass es <a href="http://nachrichten.rp-online.de/politik/betreuungsgeld-statt-elterngeld-1.3074995" target="_blank" class="external-link-new-window" >gegen den öffentlichen Konsens</a> durchgesetzt wurde (und auch gegen die Überzeugung von weiten Teilen innerhalb der FDP und CDU), oder dass es so sehr <a href="http://www.zeit.de/2012/45/Hausfrau-Scheidung-Armut-Geld/komplettansicht" target="_blank" class="external-link-new-window" >an den Bedürfnissen der Menschen vorbeigeht</a>?<br /><br />Warum das Betreuungsgeld der falsche Weg ist, wurde schon so oft und vielerorts <a href="artikel/warum-das-betreuungsgeld-der-falsche-weg-ist.html" class="external-link-new-window" >ausführlich dargelegt</a>. Was nun als ein Beweis für Regierungsfähigkeit verkauft wird, ist eine <a href="http://www.fr-online.de/politik/pieper-zum-koalitionsgipfel--das-ist-eine-doppelte-rolle-rueckwaerts-,1472596,20798168.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >doppelte Rolle rückwärts</a>. Teuer <a href="http://www.frauenrat.de/deutsch/presse/pressemeldungen/pressemeldung/back/46/article/teurer-koalitionsfrieden.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >noch dazu</a>. Und da - wie inzwischen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/steinbrueck-wuerde-betreuungsgeld-sofort-abschaffen-a-866220.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >laut vernehmbar</a> ist - damit zu rechnen ist, dass spätestens zur Bundestagswahl im kommenden September, das Betreuungsgeld ganz schnell wieder abgeschafft wird, geht jegliches Verständnis für den als &quot;Kompromiß&quot; gefeierten Beschluß flöten. So bleibt es, was es ist - ein Ärgernis, durch und durch.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Wertschätzung in Taschengeldhöhe?</strong><br /><br />&quot;Solange es zu wenig Gelegenheiten zum qualifizierten Wiedereinstieg und zu gehaltvoller Teilzeitarbeit gibt, haftet dem Betreuungsgeld der bittersüße Geschmack eines vergifteten Geschenks an&quot;, so die <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/betreuungsgeld-systemrelevant-die-familie-11951958.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >korrekte Beurteilung</a>. Doch <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20121119dreirad.jpg.jpg" border="0" height="183" width="240" alt="" />unsere Familienministerin bleibt dabei: &quot;Mütter und Väter verdienen unabhängig davon, wie sie leben, Wertschätzung&quot;, so <a href="http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/Presse/reden,did=175448.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >begründet Kristina Schröder beharrlich</a> die Notwendigkeit. Drücken 100 (später 150) Euro monatlich denn die Wertschätzung aus, die wir der Erziehungsarbeit heute zollen? Das ist - mit Verlaub - nicht mehr als ein Taschengeld.<br /><br />Das Betreuungsgeld wird als &quot;<a href="http://www.taz.de/Bundestag-entscheidet-Betreuungsgeld-/!105199/" target="_blank" class="external-link-new-window" >Weg zur Wahlfreiheit&quot;</a> bejubelt. Doch von was für einer Wahlfreiheit reden wir hier? Wer würde für 100 Euro pro Monat den Beruf an den Nagel hängen, um sein Kind zu betreuen? Wer seinen Beruf ausübt, weil er ihm wichtig ist, wird auch so an der Berufstätigkeit festhalten. Wer es sich finanziell nicht leisten kann, auf seinen Monatslohn zu verzichten, bei dem ändert ein Betreuungsgeld von 100 Euro nichts an der Notwendigkeit, das Kind in die Kitabetreuung zu geben. Das Beispiel Thüringen, wo es schon das Betreuungsgeld gibt, zeigt: Vor allem Mütter mit geringbezahlten Arbeitsstellen entscheiden sich für die Familie und gegen ihre Arbeit, <a href="http://www.n-tv.de/politik/Besser-nicht-zu-Hause-bleiben-article6123071.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >so das Ergebnis</a> einer Studie, die dort durchgeführt wurde. Auch Norwegen hat <a href="http://www.taz.de/Einfuehrung-von-Betreuungsgeld/%21105164/" target="_blank" class="external-link-new-window" >Erfahrungen</a> damit - und die Lehren daraus zeigen: Finger weg. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Einmischung in das Privatleben</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Zuhause bleiben nicht nur die,  die ohnehin zu Hause geblieben wären. Das Betreuungsgeld hat eben <em>doch</em> auch eine Steuerungswirkung. Zu behaupten, dass es hier vor allem um die Wahlfreiheit der Bürger geht, ist nicht ehrlich. &quot;Dass man sich in deren Privatleben nicht einmischen will – diesen  Eindruck sollte die Regierung besser gar nicht erst erwecken wollen. Das Elterngeld zum Beispiel wurde mit dem Ziel eingeführt, Akademikerinnen zur Mutterschaft zu ermutigen&quot;, <a href="http://www.zeit.de/2012/22/Familienpolitik-Kinderbetreuung" target="_blank" class="external-link-new-window" >erinnert</a> die Zeit-Redakteurin Elisabeth Niejahr. &quot; Man zahlt Müttern statt wie zuvor drei Jahren Erziehungsgeld mittlerweile maximal 14 Monate lang das Elterngeld - damit sie schneller  in den Job zurückkehren als früher. Und jetzt das Betreuungsgeld, das die Eltern belohnt, die nicht arbeiten. Das ist Familienpolitik <a href="http://nachrichten.rp-online.de/politik/betreuungsgeld-statt-elterngeld-1.3074995" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;ad absurdum geführt&quot;</a>. <br /><br />Zu guter Letzt sollte eines noch beachtet werden: Wir leisten uns mit dem Betreuungsgeld den Luxus, jenen Bürgern, die eine Leistung <em>nicht</em> in Anspruch nehmen (nämlich den mit 1000 Euro bezuschussten Kitaplatz), einen Ausgleich zu zahlen. Wir wollen uns besser nicht ausmalen, wohin es uns führt, wenn dieses Beispiel Schule macht...<br /><br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>War was?</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 10:15:03 +0100</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Anti-Photoshopping - Gegen den Schönheitswahn</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/anti-photoshopping-gegen-den-schoenheitswahn.html</link>
			<description>Wie Stars als Normalos aussehen würden. Und wie Lady Gaga sich mit ungeschminkten Bildern zur Wehr...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wenn  Prominente ganz normale Leute von nebenan wären, wie sähen sie dann  aus? Schauspieler, Musiker, TV-Stars, Models und Celebrities ganz ohne  Schönheitstricks, Make-Up, teure Kleidung, Trendfrisur und ohne  Photoshopverschönerung zeigt Danny Evans alias <a href="http://www.facebook.com/pages/Planet-Hiltron/150175044998030" target="_blank" class="external-link-new-window" >Planet Hiltron</a> auf seinen  Fotos. Was er dabei mit verblüffender Wirkung beweist: Ohne  entsprechende Helferlein wie Fitness Trainer, Visagist und Coiffeur  würden sie sich nicht von uns Durchschnittsbürgern unterscheiden.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Kaum zu erkennen</strong><br /><br />Den  Spieß umzudrehen und eine Technik ad absurdum führen, kann wie im Falle  Photoshop besonders wirksam zeigen, was in unserer Gesellschaft schief  läuft. Dem Fotografen Evans <a href="http://www.facebook.com/media/set/?set=a.150250888323779.28939.150175044998030&amp;type=1" target="_blank" class="external-link-new-window" >gelingt dies auf unterhaltsame Weise</a>: er  setzt die Bildbearbeitungstechnik nicht zur Verschönerung, sondern zur  Demaskierung ein. Eine langweilige Frisur hier, ein paar Kilo mehr dort,  gepaart mit unauffälliger Kaufhauskleidung - und schon erkennt man die Beckhams, Scarlett  Johansson oder Jennifer Aniston kaum wieder.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p align="center" class="bodytext"><img src="uploads/RTEmagicC_planet-hiltron-beckhams.jpg.jpg" border="0" height="259" width="200" alt="" /> <img src="uploads/RTEmagicC_planet-hiltron-johanson.jpg.jpg" border="0" height="262" width="200" alt="" />&nbsp; <img src="uploads/RTEmagicC_planet-hiltron-aniston_02.jpg.jpg" border="0" height="403" width="403" alt="" /></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Lady Gaga in neuer Mission - The Body Revolution</strong><br /><br />Dass  Stars auch selbst in die Offensive gehen, indem sie bewußt sämtliche  Fassade ablegen und sich so der Öffentlichkeit preisgeben, ist eher  selten. Genau das tat Lady Gaga und sorgte damit für Furore. Sie  entschloss sich zu diesem Schritt, um der gnadenlosen Regenbogenpresse  (die sich über ein paar Pfunde mehr auf ihren Hüften lustig gemacht  hatte und sich an unvorteilhaften Großaufnahmen weideten) <a href="http://www.dailymail.co.uk/tvshowbiz/article-2208712/Lady-Gaga-hits-weight-critics--showing-figure-candid-underwear-shots-blog.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >den Wind aus  den Segeln zu nehmen</a>. Ungeschminkt und nur im Bikini bekleidet machte  sie Selbstporträts in gleißendem Blitzlicht und zeigt diese auf ihre  Website <a href="http://littlemonsters.com/image/5061bde86d1be6f92e0014f2" target="_blank" class="external-link-new-window" >“littlemonster.com”</a>. Mit ihren ungeschönten Fotos stellt sie  sich schonungslos zur Schau, um andere zu ermutigen, sich in der  eigenen “Unperfektheit” anzunehmen wie man ist. Tatsächlich sind viele  User davon <a href="http://www.rollingstone.de/news/meldungen/article325482/lady-gaga-kampf-gegen-bulimie-in-body-revolution-kampagne.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >begeistert</a>, haben sich ihrem Vorbild angeschlossen und es ihr  sogleich nachgemacht.<br /><br />Jeder Mensch sieht in entsprechender Perspektive und Aufmachung unvorteilhaft  aus. Das hat uns Danny Evans auf wunderbare  Weise klar gemacht hat. Und Lady Gaga ist es gelungen, daraus eine  Mutmach-Kampagne zu machen - <a href="http://www.mtv.com/news/articles/1694397/lady-gaga-body-revolution-2013.jhtml" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;The Body Revolution&quot;</a>. Hut ab! Und recht hat sie! Jede(r) sollte  dazu stehen können, wie er wirklich ist und sich wohl in seiner Haut  fühlen dürfen. For a &quot;Braver, kinder world&quot;, wie es bei<a href="http://bornthiswayfoundation.org/pages/our-mission/" target="_blank" class="external-link-new-window" > Bornthiswayfoundation.org</a> heisst.</p>]]></content:encoded>
			<category>Fürs Auge</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Tue, 16 Oct 2012 12:18:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Rowlings' Neuer</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/rowlings-neuer.html</link>
			<description>&quot;Ein plötzlicher Todesfall&quot; ist J. K. Rowlings' aktueller Roman für Erwachsene. Ist er wirklich so...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">&quot;Viel zu viel Sex für zu wenig Erkenntnis&quot;. So fassen die Spiegel-Online-Rezensenten ihre Meinung über den ersten Erwachsenenroman  der englischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joanne_K._Rowling#Harry-Potter-Serie" target="_blank" class="external-link-new-window" >Harry-Potter-Autorin</a> zusammen. Außerdem werfen sie<a href="http://www.jkrowling.com/de_DE/" target="_blank" class="external-link-new-window" > J. K.  Rowling</a> die Verwendung von viel zu vielen Klischees vor, aber das ist  so bösartig wie dieser Roman. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Der Horror einer Kleinstadt</strong><br /> <br /> <a href="http://www.carlsen.de/epub/ein-plotzlicher-todesfall/31330" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;Ein plötzlicher Todesfall&quot;</a> ist ein sehr lesenswertes Buch - wenn man  wissen will, wie grausam es hinter den Kulissen einer nach außen  besonders freundlich wirkenden Kleinstadt zu geht. In Rowlings neuem  Universum hasst (fast) jeder jeden. Kinder ihre Eltern, die Etablierten  diejenigen, die von Sozialhilfe leben, Alteingesessene alle, die von  draußen zugezogen sind. Das schildert die weltberühmte  Harry-Potter-Autorin perfekt, mit tiefem Einfühlungsvermögen. Dass sie  für ihre gekonnten Portraits altgediente Klischees benutzt, kann man ihr  nicht vorwerfen. In jedem Klischee steckt schließlich ein kräftiger  Funken Wahrheit, sonst wäre es keines, und Rowling entlarvt diesen Kern  mit großem schriftstellerischen Können.<br /> <br /> Das ist der Unterschied zur Zauberschule von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harry_Potter" target="_blank" class="external-link-new-window" >Harry Potter</a>: Für ihn schuf  J. K. Rowling eine neue Welt. In &quot;Ein plötzlicher Todesfall&quot; begnügt  sie sich mit unserer bekannten: eine Kleinstadt irgendwo in England,  hübsche Häuser im Inneren, die malerische Ruine einer Abbey auf dem  Hügel drüber und eine Sozialbausiedlung am äußeren Rand. Ein Stadtrat  stirbt plötzlich (Aneurysma im Gehirn), und ebenso zeigen seine Kollegen  und Konkurrenten, wie dünn die Kulissen der Wohlanständigkeit sind. </p>
<p class="bodytext"><strong><br /></strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Hinter der Fassade des Anstands</strong><br /> <br /> Klar, da geht es auch um Sex, zwischen Teenies wie bei den Erwachsenen,  aber das ist hier nicht die Hauptsache. Viel wichtiger: Rowling versucht  (erfolgreich!) zu schildern, wie weit jeder bei der Verfolgung seiner  ganz privaten Vorurteile zu gehen bereit ist, nämlich sehr, sehr weit.  Nicht gerade über Leichen - der tote Stadtrat bleibt über eine weite  Lesestrecke die einzige -, aber über sehr viele Grenzen des Anstands und  der Mitmenschlichkeit hinaus.<br /> <br /> Das liest sich auf den ersten 50 Seiten meistens amüsant, aber eher  unspannend, doch sobald der Frust, der versteckte Ärger und der Egoismus  der Kleinstädter deutlicher wird, entwickelt der &quot;plötzliche Todesfall&quot;  Thrill. Zum dramatischen Schluss wird mir die Geschichte zu kitschig,  aber auch im Klischee von der Kitschvorliebe der Kleinstädter (besonders  der englischen, besonders <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20121010J._K._Rowling_wikipedia_01.jpg.jpg" height="250" border="0" width="200" alt="" />bei der Beerdigung von Kindern und  Jugendlichen) steckt ja ein gutes Stück Wahrheit.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Bucherfolg auch ohne Berühmtheit?</strong><br /> <br /> Schlussfrage: Kann J. K. Rowling also auch für Erwachsene schreiben?  Wurde ihr Buch nur wenige Tage nach seinem Erscheinen nur deshalb zum  Bestseller, weil die Autorin so berühmt ist, oder steckt mehr dahinter?  Ich finde, die Antwort auf Frage Nummer eins heißt - ja, sie kann  schreiben. Auf Frage Nummer zwei: Zum rapiden Einstieg in die  Bestsellerlisten verhalf dem Buch eine perfekt organisierte  Marketingkampagne mit Rowling-Interviews in allen wichtigen Medien. Mit  dem Harry-Potter-Zyklus wurde sie schließlich zur reichsten Frau  Englands (vielleicht abgesehen von der Queen) und ist deshalb für jeden  Journalisten interessant. Ohne diesen Ruhm wäre &quot;Ein plötzlicher  Todesfall&quot; wahrscheinlich nur ein paar Feuilletonisten aufgefallen, aber  das macht nichts. So oder so ist J. R. Rowlings erster Erwachsenenroman  ein sehr lesenswertes Buch - zum Fürchten, wenn Sie selbst aus einer  Kleinstadt kommen und sich daran erinnern können, wie gemein die  Menschen dort hinter ihren Smiley-Masken sein können. Als gebürtiger  Metropolit werden Sie den Humor und den Witz genießen, mit denen die  Autorin ihre kleinen und großen &quot;Helden&quot; schildert.</p>]]></content:encoded>
			<category>Lesen</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Wed, 10 Oct 2012 16:21:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Ei(n)erlei? Nee, nee!</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/einerlei-nee-nee.html</link>
			<description>Wenn Ferrero meint, ein rosa Überraschungsei speziell für Mädchen anbieten zu müssen, erhitzt das...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Wer  keine Kinder hat, die der Zielgruppe der Überraschungseier angehören,  an dem ging die neue Gender-Variante des Ü-Ei’s und die ganze <a href="http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/ferrero-und-der-sexismus-kampf-ums-rosa-ei-11870367.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Aufregung</a>  rund herum vermutlich vorbei. Trotz des Unverständnisses, das der  Marketingkampagne allerorts entgegenschlug, fand und findet Ferrero  nichts dabei, sondern sieht gar <a href="http://www.kinderueberraschung.de/winx/maedchen_ei/maedchen_ei.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Gutes</a> im rosa “Mädchen-Ei”, das “die Mädchen mädchengerecht anspricht” (O-Ton Ferrero).</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Rosa als &quot;existierendes Bedürfnis&quot;?</strong><br /><br />Warum  erwachsene Frauen sich gezielt gegen Schubladendenken wehren und die  Verbreitung überholter Klischees gänzlich überflüssig finden - wie das,  wonach Mädchen ihr Spielzeug vor allem “süß, rund, niedlich und rosa  überzuckert” wünschen - ist den Machern &nbsp;tatsächlich ein Rätsel? Fremd  ist das offensichtlich auch einer <a href="http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/werber-rat/der-werber-rat-ei-love-rosa/7058480.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Psychologin</a>,  die das Aufbegehren der Feministinnen gegen das rosa Ei als  kontraproduktiv und 68er-old-school-mäßig belächelt: Die  “Überraschungseier nur für Mädchen”, so findet sie, “setzen lediglich  auf ein bereits existierendes Bedürfnis.” <br /><br />Alles harmlos, findet ebenso Marktforscher <a href="http://psychologie-heute.kohlibri.de/product_info.php/info/p230747_Rosa-Ritter--amp-amp--schwarze-Prinzessinnen.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Axel Dammler</a>,  der auch im Auftrag von Ferrero arbeitet und es mit <a href="http://friends.lego.com/de-de/default.aspx" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;Lego Friends&quot;</a>  vergleicht, einem pinkfarbenen Bausatz, der Mädchen zum Bauen animieren  soll: “Mädchen hätten nun mal ein &quot;Puppen-Gen&quot; und würden sich sonst  nicht mit solchen Sachen befassen. Wenn man aber ihre Vorliebe für rosa  nutze, um sie dann für etwas zu begeistern, was sie sonst ignorieren  würden, sei das doch eine gute Sache”,so <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/rosa-ueberraschungs-ei-feministen-beschuldigen-ferrero-der-verdummung-von-maedchen-1.1445761" target="_blank" class="external-link-new-window" >erfährt man</a> von ihm in der Süddeutschen Zeitung.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>&quot;Pinkstinks&quot;will alternative weibliche Rollenbilder für Kinder</strong><br /><br />Gegen  die Mädchen-Überraschungseier und deren Infiltrierung unserer Kinder  durch beschränkte und beschränkende Geschlechterrollen hat <a href="http://pinkstinks.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Pinkstinks”</a>-Kampagnengründerin Stevie Schmiedel inzwischen eine <a href="http://www.change.org/ferrero" target="_blank" class="external-link-new-window" >Petition</a>  gestartet. Im konkreten Fall ände<strong></strong>rn wird es allerdings wenig. Zumindest  nicht, solange ein Bewusstsein verbreitet ist, wie das des  Geschäftsführers des Deutschen Werberats, Volker Nickel, der hierzu <a href="http://www.shz.de/nachrichten/schleswig-holstein/artikeldetail/artikel/pinkstinks-aerger-um-ein-rosa-ei.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >meint</a>,  Werbung müsse schließlich in jedem Fall zielgruppenorientiert sein.  &quot;Putzmittel sind nun mal auf Frauen ausgerichtet&quot;, sagt er. Bei Kindern  verhalte es sich ähnlich, so seine Überzeugung. Es ist zum Verzweifeln.  Ist es?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p align="center" class="bodytext"><img src="uploads/RTEmagicC_20120920wumo-no_princess_01.jpg.jpg" border="0" height="207" width="600" alt="" /></p>
<p align="right" class="bodytext"><a href="http://wumocomicstrip.com/strip/2012/05/16/" target="_blank" class="external-link-new-window" >Wullfmorgenthaler.com</a> ©</p>
<p class="bodytext"><br /><br />Ein  Festhalten an überholten Geschlechterrollen diskriminiert uns und  unsere Kinder in der Auswahl dessen, was man sein kann. Durch rosa Mädchen-Eier und pinke Legowelten werden sie  unnötig befördert und fixiert. Doch aller Ignoranz zum Trotz: Zumindest wird die dadurch entfachte Diskussion ein Nachdenken befeuern, in welchem Maße wir mittlerweile einer <a href="http://pinkstinks.de/?page_id=113" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Pinkifizierung</a>” und <a href="http://www.kinderueberraschung.de/winx/figuren/figuren.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Sexualisierung</a> unterliegen und ob wir einer solchen denn wirklich schweigend zusehen wollen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Nur keine Angst</strong><br /><br />Die Bombardierung der Mädchen mit Pink ist laut <a href="http://www.kulturradio.de/programm/schema/sendungen/kulturtermin/kemper.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >Magdalena Kempe</a>r  - der nun nach 40 Jahren scheidenden RBB-Redakteurin der täglichen  Frauensendung “Zeitpunkte” - heutzutage ohnehin kein Grund mehr, sich  Sorgen zu machen: “Ich glaube, dass die Frauenbewegung so tiefe  Einschnitte in die Gesellschaft gebracht hat, dass ich die Befürchtung,  alles sei umsonst gewesen, nicht habe. Es muss wieder und wieder etwas  erkämpft werden, aber man kann das, was damals in Gang kam, nicht mehr  stoppen. Rosa-Phasen gehen vorbei.”, <a href="http://www.taz.de/Feminismus-im-Sender/%21100158/" target="_blank" class="external-link-new-window" >erklärt sie</a> der taz.<br /><br /></p>]]></content:encoded>
			<category>Reizthema</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Thu, 20 Sep 2012 16:50:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>No more “no models”?</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/no-more-no-models.html</link>
			<description>Außer Spesen nix gewesen? Die &quot;Ohne-Model&quot;-Initiative von &quot;Brigitte&quot; ist kostspielig und brachte...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Offensichtlich will die Zeitschrift “Brigitte” ihre <a href="http://www.fr-online.de/panorama/brigitte-das-ende-der-echten-frauen,1472782,17044908.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >“No-Models”-Kampagne beenden</a>. Wenn auch die <a href="http://www.brigitte.de/mode/ohne-models/" target="_blank" class="external-link-new-window" >Aktion von Anbeginn</a>  durchaus zwiespältig war, da die von “Brigitte” fotografierten  “normalen” Frauen in Makellosigkeit und Körpermaßen denen von  Profimodels glichen, ist es dennoch sehr bedauerlich. Die “Brigitte”  hatte damit ursprünglich eine wichtige Diskusssion um Anpassungsdruck  und Schönheitswahn angestoßen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Zurück zum perfekten Size-Zero-Look?</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Hinsichtlich der Gründe <a href="http://nachrichten.rp-online.de/panorama/fuehrt-brigitte-wieder-profi-models-ein-1.2981125" target="_blank" class="external-link-new-window" >wird spekuliert</a>, dass der Aufwand mit Amateurmodels zu groß gewesen sei, ohne einen spürbaren Nutzen bei den Verkaufszahlen zu <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120905brigitte-no-models-2.jpg.jpg" border="0" height="438" width="350" alt="" />hinterlassen.&nbsp;  Weshalb man, wie nun aus den Verlagsbüros von &quot;Gruner und Jahr&quot; <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/models-in-der-brigitte-normale-frauen-eher-schwierig-1.1457207-2" target="_blank" class="external-link-new-window" >sickert</a>, in Betracht zieht, die Initiative &quot;Ohne Models&quot; einzustampfen und zu Profi-Models zurückzukehren.&nbsp; Doch der Effekt hinter der betriebswirtschaftlichen Logik ist nicht zu verachten. Ob die &quot;Brigitte&quot; einen Imageschaden davontragen wird, wenn sie nun eine Kehrtwendung macht, ist offen, aber möglich. Sicher ist aber: Wird die Aktion nun zu Grabe getragen,  kommt dies einem Scheitern gleich und gibt unbewußt all den Skeptikern  recht, die meinen, dass Mode nur an perfekten, dünnen, (überdies häufig  minderjährigen) Mädchen gut aussehe und zum Kaufen anrege und uns  glauben macht, dass es genau diese Körper sind, die wir sehen wollen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Echte Menschen statt Barbiepüppchen</strong></p>
<p class="bodytext"><br />Umso  wichtiger, dass sich immer stärkerer Widerstand gegen das heutige  Schönheitsideal breit macht und auch hierfür zunehmend die  Kommunikationskanäle des Internets in vielfältiger und kreativer Weise  genutzt werden. So hat bei Twitter unter dem <a href="https://twitter.com/#%21/search/realtime/%23609060" target="_blank" class="external-link-new-window" >Hashtag #609060</a> sowie auf<a href="http://statigr.am/tag/609060" target="_blank" class="external-link-new-window" > Instagram</a>  eine Gegenbewegung begonnen, um zu zeigen, wie echte Menschen aussehen.  Jeder kann mitmachen, sich fotografieren und der Sammlung von Fotos  hinzufügen.<br /><br />Noch  eine Empfehlung: “Sehr galant kann eine Frau den Beurteilungen durch  Frauenmagazine, durch die Modebranche und durch die  Unterhaltungsindustrie übrigens entgehen, indem sie ihr Gehirn  trainiert. Und ihren Körper als dessen gepflegte Halterung begreift.” <a href="http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/sibylle-berg-ueber-models-und-normale-frauen-in-der-brigitte-a-853697.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >(Sibylle Berg via SPON)</a></p>]]></content:encoded>
			<category>Weibchenschema</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Wed, 05 Sep 2012 08:57:00 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>&quot;Muschiland&quot;</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/muschiland.html</link>
			<description>Was hat eine Designervagina mit Freiheit zu tun? Wieviel oder wie wenig wissen wir eigentlich über...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">“Der  Körper ist sehr öffentlich geworden. Und zum ersten Mal unterliegt auch  die Genitalzone einer Mode,” beschreibt Ulrike Helmer den “Eingriff der  Schönheitsindustrie in die Slipregion”. Sexy zu sein, gilt als neue Pflicht. Und dafür scheint jedes Mittel recht. Eines der Motive,<a href="http://helmer.txt9.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVHelmer.woa/62/wo/xZJOYFcCL0WL2TKeMB1248ITaeE/10.0.15.1.5.1.0.1.24.1" target="_blank" class="external-link-new-window" > dieses Buch  </a>zu schreiben, war, so erzählt die Autorin <a href="http://www.wdr5.de/sendungen/neugier-genuegt/s/d/07.08.2012-10.05.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >in einem WDR-Interview</a>, gerade junge Frauen darauf aufmerksam zu machen, dass sie stets selbst die Wahl haben: “Freiheit ist mehr!”</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Optimierungsdruck bis unter die Gürtellinie</strong><br /><br />Sich  wohl fühlen in der eigenen Haut, ist ein schwieriges Unterfangen  geworden. Wir sind so darauf trainiert, uns selbst zu kontrollieren, uns  mit den Augen anderer zu sehen, dass die Verbindung zu den eigenen  Bedürfnissen und der ureigenen Sichtweise längst aus dem Blick verloren ging. Dies ist um so problematischer, weil dieser Anpassungsdruck nun gar bis unter die Gürtellinie reicht.</p>
<p class="bodytext"><br />Es  ist Ulrike Helmer ein echtes Anliegen, Frauen bewusst zu machen, wie stark sie  heutzutage die Maßstäbe anderer (der Werbung, der Gesellschaft,  der..) an i<img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120924bauch.jpg.jpg" border="0" height="267" width="200" alt="" />hren eigenen Körper anlegen, statt sich mit eigenen  liebevollen Augen zu betrachten. Ist die Intimrasur oder -frisur  wirklich eine “Befreiung” und wichtig für die eigene Sexyness? Oder  ist es eher zum Muss geworden, ohne das ich mich in der Öffentlichkeit  (Sauna, Umkleideraum beim Sport etc.) nicht mehr wohl fühle? Wo ist beim  Piercing oder gar “designen” der Vulva mit operativen Mitteln eine  selbst bestimmte und gewünschte Schmückung bzw. Verschönerung längst der  Anpassung an Schönheitsideale gewichen? Wem wollen wir eigentlich damit  näher kommen bzw. gefallen? Uns selbst oder einem in Medien, Filme und  Öffentlichkeit produzierten und verbreiteten Bild, wie wir zu sein  hätten? Ulrike Helmer möchte vor allem eines: dass Frauen die  (Bestimmungs-)Hoheit über ihre Körper zurückgewinnen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Genitalpiercing, Schamlippen-OP, Bikini Waxing</strong><br /><br />“Frauen  sind natürlich frei, ihre Körperidentität zu entwerfen – aber woran  orientieren sich ihre Entwürfe? Handelt es sich bei Brazilian Waxing,  Intimpearcings, Schamlippenkorrekturen und was sonst noch inzwischen  schleichend zur neuen Schönheitsnorm wird, nicht nur um  Scheinfreiheiten?”, gibt Helmer kritisch im Bielefelder <a href="http://www.weird-bielefeld.de/index-Dateien/vita55.htm" target="_blank" class="external-link-new-window" >Magazin “weird</a>” zu denken.<br /><br />Dass  wir von selbstbewusster Selbstbefreiung noch entfernt sind, zeigt sich  auch im Buchtitel. Der Titel<a href="http://helmer.txt9.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVHelmer.woa/62/wo/xZJOYFcCL0WL2TKeMB1248ITaeE/10.0.15.1.5.1.0.1.24.1" target="_blank" class="external-link-new-window" > </a><a href="http://helmer.txt9.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVHelmer.woa/62/wo/xZJOYFcCL0WL2TKeMB1248ITaeE/10.0.15.1.5.1.0.1.24.1" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Muschiland”</a> ist nicht umsonst gewählt. Zeugt er doch von der Verunsicherung, die immer  noch herrscht. Denn auch wenn nun endlich etwas konkret benannt wird,  wo früher nur Sprachlosigkeit herrschte, ist der kindlich verschämte und  verniedlichende Ausdruck “Muschi” nur vordergründig ein Fortschritt. Das Buch macht sich dafür stark, das schamhafte “Untenherum” durch  selbstbewusste und lustvolle Begriffe zu ersetzen.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Körpergefühl statt Inszenierung</strong><br /><br />Hier kommt ein klares Plädoyer für eine uninszenierte,  authentische Darstellung unserer Körper. <a href="http://helmer.txt9.de/cgi-bin/WebObjects/TXTSVHelmer.woa/62/wo/xZJOYFcCL0WL2TKeMB1248ITaeE/10.0.15.1.5.1.0.1.24.1" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Muschiland”</a> nährt ein gutes  Körpergefühl und die Freude an dem, wie wir von der Natur gestaltet und ausgestattet wurden - auch und gerade in unserer  intimsten Zone, der Vulva. Helmer ist ein wichtiges und informatives  Buch gelungen, das ohne Belehrungen auskommt, an nicht wenigen Stellen  auch sehr amüsant ist und schlichtweg in jedem Frauenhaushalt im Regal  stehen sollte. Auf zur Exkursion in die kulturelle Intimzone.</p>]]></content:encoded>
			<category>Lesen</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Mon, 27 Aug 2012 12:29:26 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Leben von Harold und Erica</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/das-soziale-tier-von-david-brooks.html</link>
			<description>Das Buch &quot;Das soziale Tier&quot; zeigt, dass wir besser sind als wir glauben.</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Um es gleich zu sagen: Dies ist ein großartiges<a href="http://www.randomhouse.de/press/infodetail.jsp?edi=383402&amp;pub=36000&amp;men=1&amp;mid=5" target="_blank" class="external-link-new-window" > Buch</a>, viel spannender, lehrreicher, interessanter und - ja, auch das - amüsanter als es der eher langweilige Titel verspricht. Obwohl auch der Untertitel kein echter (Lese-)Lustmacher ist : &quot;Ein neues Menschenbild zeigt, wie Beziehungen, Gefühle und Intuitionen unser Leben formen.&quot;</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"> Ach, ja? Darüber ist in den vergangenen 20 Jahren reichlich geforscht und debattiert worden. Heute bezweifelt niemand mehr (oder zumindest niemand, der sich in der aktuellen Psycho-Neuro-Anthropologie ein bisschen auskennt), dass der Verstand allein uns nicht zu dem macht, was wir sind. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Halb Roman, halb Sachbuch</strong></p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext">Trotzdem: Der amerikanische Journalist David Brooks (unter anderem bei der Washington Times, dem Wall Street Journal und der New York Times) fasst all <img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120606brooks-soziales-tier-cover.jpg.jpg" border="0" height="352" width="220" alt="" />die verblüffenden Forschungsergebnisse über den Menschen als &quot;soziales Tier&quot; nicht nur sehr gekonnt zusammen. Er hat daraus etwas Neues gemacht, einen faszinierenden Lesestoff, der halb Roman ist, halb populärwissenschaftliches <a href="http://www.randomhouse.de/press/infodetail.jsp?edi=383402&amp;pub=36000&amp;men=1&amp;mid=5" target="_blank" class="external-link-new-window" >Sachbuch</a>.<br /> <br /> Wie er selbst zugibt, gab es so etwas ähnliches schon einmal. Jacques Rousseau schrieb vor knapp 300 Jahren &quot;Emile&quot;. Er versuchte darin, die noch ganz frischen und keineswegs überall akzeptierten Erkenntnisse über den Menschen der Aufklärung, den Vernunftmenschen, an Hand einer Romanfigur zu widerlegen. Rousseau glaubte an den &quot;Naturmenschen&quot;.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Wir sind &quot;nichts&quot; ohne die anderen</strong><br /> <br /> Das tut David Brooks natürlich nicht mehr, aber er verdeutlicht und erklärt die aktuellsten Erkenntnisse der Gehirn- und Bewusstseinsforschung und aller anderen Wissenschaften rund um unser Verhalten an Hand eines ganz normalen amerikanischen Paares: Harold und Erica verlieben sich, heiraten, betrügen sich, leben neben einander her. Sie konkurrieren, machen Karriere, erleben Burn-out und Enttäuschungen. Aber alles, was sie erleben, erklärt Brooks (wissenschaftlich präzise und plausibel!) mit den neuesten Forschungen über das engen Netzwerk, in dem jeder von uns sich bewegt. Nicht dem elektronischen, sondern dem humanen von Elternhaus über den Beruf bis zur Ehe und ins hohe Alter. Weil wir ohne dieses sozialen Verbindungen zu anderen Menschen nicht überleben können und schon gar nicht reifen, mit Katastrophen umgehen und Glück genießen. <br /> <br /> Dazu brauchen wir natürlich unseren Verstand, aber noch wichtiger sind die Gefühle, so die neue Übereinkunft der Wissenschaftler, der selbst Ökonomen allmählich zustimmen. Sie beeinflussen die eigenen Entscheidungen mehr als kühle Rationalität, und sie lassen uns das Verhalten anderer Menschen (meistens) so gut verstehen, dass wir beim Kontakt mit ihnen weit mehr von ihnen begreifen als nur den Sinn ihrer Worte.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Von Natur aus böse? Hundert gute Beispiele dagegen</strong><br /> <br /> Klar, niemand ist ein Insel. Das hat der Autor Johannes Mario Simmel schon vor einigen Jahrzehnten gewusst und daraus einen Bestseller-Roman gemacht, aber die Wissenschaftler, die sich mit dem menschlichen Geist beschäftigten, waren anderer Meinung. Sie untersuchten und beschrieben uns als Individualisten, die sich - aus für sie nicht erklärlichen Gründen - manchmal zu Massen zusammenschlossen und dann noch viel dümmer reagierten als im Einzelfall. <br /> <br /> Insgesamt waren ihre Theorien über den Menschen negativ. Wir wurden als von Natur aus böse beschrieben, zwar belehrbar, aber nur durch harte Erziehungsmaßnahmen. Heute dreht sich der Trendwind, und David Brooks liefert hunderte von sehr guten Beispielen dafür.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p align="center" class="bodytext"><img src="uploads/RTEmagicC_20120606menschenkette-2.jpg.jpg" border="0" height="61" width="600" alt="" /></p>
<p class="bodytext"><br /> In seiner Darstellung des neuen Menschenbildes wird ganz klar: Die Evolution drillte uns NICHT auf einen Kampf von jedem gegen alle.&nbsp;Viel wichtiger als Fitness ist fürs Überleben, dass wir ein großes Netzwerk mit anderen Menschen bilden, und das können wir, weil unsere Gene plus der Einfluss einer - alles in allem und meistens - freundlichen Umwelt uns zur Zusammenarbeit drängen. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Eher freundlich als böse, eher friedlich als streitlustig</strong></p>
<p class="bodytext"><br /> Klingt das sehr theoretisch? Dann liegt es an mir. David Brooks schildert diese neue Ansicht auf die menschliche Naturdas sehr anschaulich, humorvoll, oft sogar amüsant an Hand seiner Protagonisten Harold und Erica. Die wissenschaftlichen Erklärungen für ihr Verhalten streut er lässig zwischen die Beschreibung ihres Lebensweges. Das Ergebnis: Selbst jene, die sich bisher noch nicht mit den Menschenwissenschaften beschäftigt haben, verstehen die aktuellen Thesen auf Anhieb. Sie können sie sogar ins eigene Leben übernehmen - wenn sie sich von dem alten Paradigma &quot;Der Mensch ist des Menschen Wolf&quot; oder &quot;Wir sind allzumal Sünder&quot; verabschieden und für das neue votieren:&nbsp; Wir sind zwar keine Lämmer, aber mehr als glückliche Ameisen. Auf jeden Fall werden wir von der &quot;Natur&quot; stärker zum Zusammenleben gedrängt als zum Krieg.<br /> <br /> <a href="http://www.randomhouse.de/press/infodetail.jsp?edi=383402&amp;pub=36000&amp;men=1&amp;mid=5" target="_blank" class="external-link-new-window" >&quot;Das soziale Tier&quot;</a> wird von seinen Beziehungen geprägt, und obwohl die mehr von Gefühlen und Intuitionen bestimmt werden als vom Verstand, ist das Ergebnis ein Mensch wie wir ihn täglich um uns herum erleben: eher freundlich als böse, eher friedlich als streitlustig. Rüpelige Radfahrer, rücksichtslose Nachbarn, aggressive Kollegen, arrogante Verkäuferinnen? Sie bilden die Ausnahmen, nicht die Regel. Wer David Brooks Buch über sich als &quot;das soziale Tier&quot; liest, wird sich Seite für Seite davon überzeugen lassen.</p>]]></content:encoded>
			<category>Wissenswertes</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Thu, 07 Jun 2012 13:05:51 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Mädchen dürfen nicht mitspielen</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/maedchen-duerfen-nicht-mitspielen.html</link>
			<description>Der Film „Tomboy“ zeigt, wie schwer es auch für Kinder ist, die Grenzen von Geschlechterrollen zu...</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Ein Umzug in eine andere Gegend bietet Laure die Chance, sich neu zu erfinden. Die Zehnjährige  stellt sich der gleichaltrigen Nachbarin Lisa als Junge mit Namen Michael vor – und lernt dadurch schnell und viel über die unterschiedlichen Rollenerwartungen an Mädchen und Jungen.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext"><strong>Erwachsenwerden und die erste Liebe</strong></p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">“Tomboy” ist die Bezeichnung für ein Mädchen, das sich so verhält, wie es entsprechend der gängigen Geschlechterrollen ein Junge tut. Die französische Regisseurin Céline Sciamma, geboren 1978, lenkt mit dem Titel die Aufmerksamkeit der Zuschauerinnen und Zuschauer den ganzen Film über darauf, ob sich die Personen „wie ein Mädchen“ oder „wie ein Junge“ verhalten. <a href="http://www.critic.de/film/tomboy-2853/trailer/" target="_blank" class="external-link-new-window" >Der Film</a> eröffnete bei der Berlinale 2011 die Panorama-Sektion und gewann den &quot;Teddy Jury Award&quot;.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Obwohl die Protagonistin noch nicht in der Pubertät ist, steht der Film doch in der Tradition der Sommerfilme, in denen es ums Erwachsenwerden geht und um die erste Liebe. Eine Familie zieht um, die Eltern sind jung und liebevoll, aber auch viel mit sich beschäftigt, denn bald wird das dritte Kind zur Welt kommen. Der zehnjährigen Laure macht es Spaß, auf Papas Schoß das Auto zu lenken, sie trägt Shorts und weite T-Shirts und hat kurze Haare. Sie spielt auch gerne mit der vier Jahre jüngeren Schwester, die lange lockige Haare hat und häufig im Ballettkleidchen auftritt.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext"><strong>Einengende Rollenerwartungen</strong></p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Das Nachbarmädchen Lisa merkt sofort, dass Michael (alias Laure) anders ist als die anderen Jungen, und fühlt sich von ihm angezogen. Dass er ein Mädchen sein könnte, darauf kommt sie jedoch nicht. Sie stellt Michael den anderen Kindern vor und hilft ihm, sich in der Gruppe Anerkennung zu verdienen. Laure probiert mit dem<img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120521tomboy2.jpg.jpg" border="0" height="233" width="450" alt="" /> Rollenspiel aus, wie es ist, ein Junge zu sein. Sie hat Spaß an dem Spiel, das ihr die Möglichkeit gibt, beim Fußball mitzukicken und Lisa zu küssen – und kann schnell nicht mehr so leicht zurück, will es wohl auch gar nicht.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Im Gegenteil: Laure muss nachlegen, etwa mit einem Stück Knete in der Badehose, die sie sich aus ihrem Bade- anzug zurechtgeschnitten hat. Und als ein Junge ihre kleine Schwester schubst, prügelt sie sich mit ihm. Doch genau diese Rollenerwartung an einen großen Bruder lässt Laure auffliegen. Denn der Geschlagene erzählt seiner Mutter, er sei von Michael verprügelt worden. Als jene zu Laures Mutter geht, ist diese empört über die Lügen ihrer Tochter und klärt die Nachbarsfamilien über die Täuschung auf.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext"><strong>Eindeutige Geschlechtszugehörigkeit?</strong></p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext"> Nicht, um die Tochter bloßzustellen, sondern weil es in der kommenden Woche mit dem Schulbeginn sowieso herausgekommen wäre: Auf der Liste der 5. Klasse steht eine Laure, aber kein Michael. Das Raster der staatlichen Datenerfassung verlangt, die Identität ihrer Bürgerinnen und Bürger eindeutig festzustellen – einschließlich einer Geschlechtszugehörigkeit. Laure muss nachgeben, sie kommt nicht dagegen an.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Der Film zeigt unsere fest gefügte Geschlechterordnung, die nicht so leicht aufzubrechen ist. Gleichzeitig weist er auf die offenen Ränder der gesellschaftlichen Rollen- und der individuellen Selbstbilder hin: Nicht alle Mädchen sind gleich. Für die Jungen gilt das selbstverständlich auch, aber der Film konzentriert sich auf die Perspektive von Laure.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Als Laure zum ersten Mal den Jungen beim Fußball zusieht, traut sie sich noch nicht zu fragen, ob sie mitspielen darf. Lisa gegenüber erklärt sie, sie gucke lieber zu. „Ich auch“, sagt Lisa, „außerdem lassen die Jungen mich sowieso nicht mitspielen.“ Lisa verrät damit, dass auch sie unter den in der Gruppe bestehenden Geschlechterrollen leidet und sie sich fügt, weil sie bereits zurückgewiesen worden ist. Laure nimmt das als weitere Bestätigung, ihr Rollenspiel fortzusetzen. Nur so hat sie eine Chance, mitzuspielen.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext"><strong>Mehr als nur ein Mädchen, das gerne tobt?</strong></p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Die Szene, in der Lisa und Laure am Spielfeldrand stehen, zeigt ein geteiltes Bild: Beide Mädchen sind von vorne zu sehen, Lisa steht in der linken Bildhälfte. Sie trägt eine dunkle Bluse und einen Rock, hat lange Haare, wirkt unauffällig. Hinter ihr ist unscharf der grüne Wald zu sehen. Laure steht in der rechten Bildhälfte vor einer grauen Wand. Sie trägt ein hellgraues, weites T-Shirt, rote, weite Shorts, hat kurze blonde Haare. Während Lisa in einer natürlichen Haltung dargestellt wird, indem ihr ihre angespannte Unsicherheit im Gespräch mit Michael anzusehen ist, spielt Laure den Lässigen. Der Hintergrund betont die Künstlichkeit ihrer Haltung und lässt sie wie auf einer Leinwand erscheinen, mit scharfen Konturen: Sie hat die Hände in den Hosentaschen, steht breitbeinig da, wendet den Blick von Lisa ab. Ihre zarte, schmale Figur, der Rücken zur Wand – das wirkt zugleich so, als könne sie verschiedene Bilder von sich entwerfen, und als wäre sie in die Enge getrieben.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">Der Film zeigt nicht eindeutig ein Mädchen, das ein Junge sein will, sondern eins, das Zärtlichkeit sucht und zugleich gerne tobt. Und das gerne mit dem netten Mädchen von nebenan Zeit verbringt, dem sie sich als Junge vorgestellt hat, und vielleicht sogar in es verliebt ist.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm" class="bodytext">In der letzten Szene des Films fragt Lisa Laure noch einmal nach ihrem Namen. „Ich heiße Laure”, sagt diese und lächelt. Ob das die Versöhnung bedeutet, ob Laure sich einfach freut, dass Lisa sich nicht von ihr abwendet, oder ob eine von beiden in die andere verliebt ist, bleibt offen. Ein Umzug erleichtert einen Neuanfang, aber eine Lüge bildet eine schlechte Voraussetzung für Freundschaft. Wer wir sind, ist, was wir tun. Die Strukturen, welche die Wahrnehmung dessen prägen, sind fest, aber nicht unveränderbar. Der Film leistet einen Beitrag dazu, sie aufzubrechen.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext"><em><strong>Margret         Karsch</strong></em> lebt in Berlin und ist neugierig, deshalb         arbeitet sie als freie Journalistin und Autorin – u.a. für die         Zeit, die taz und die Jungle World. Sie reist gerne durch die         Welt und schreibt auf, was sie         sieht und erzählt bekommt. Ab und zu steigt sie auf einen Berg,         um einen         besseren Überblick zu gewinnen.</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">&nbsp;</p>
<p style="margin-right: -0.01cm;" class="bodytext">------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------</p>]]></content:encoded>
			<category>Cool Tour</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Wed, 23 May 2012 09:18:10 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Das Buch der Frauenministerin</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/das-buch-der-frauenministerin.html</link>
			<description>Wie emanzipiert sind wir wirklich?</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Kristina  Schröder hat sich mit <a href="http://www.piper-verlag.de/sachbuch/buch.php?id=18786" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Danke, emanzipiert sind wir selber!”</a> keinen  Gefallen getan. Anderen auch nicht. Wozu nur dieses Buch? fragt man sich bei der Lektüre. Um zu sagen, der Feminismus sei heute überflüssig?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Vernichtende Kritik - berechtigt?</strong><br /><br />Im  Grunde liefert es die Begründung dafür, weshalb sich in der Frauen- und  Familienpolitik so wenig tut. Weil die Frauenministerin - und das haben  wir nun schwarz auf weiß - der Meinung ist, dass es nichts wirklich  mehr zu tun gibt. Sie beschreibt die “ganze junge, gut ausgebildete  Frauengeneration”, als “finanziell unabhängig, weil in der Lage, ihr  eigenes Einkommen zu verdienen,” und als eine, “die selbstbewusst und  selbstverständlich das Recht, ein Leben nach eigenen Vorstellungen zu  führen und dafür Raum in Familie und Gesellschaft zu beanspruchen, in  Anspruch nimmt.”<br /><br />Die Realität nehmen viele Frauen aber ganz anders wahr. Kritiker und Kritikerinnen <a href="http://www.frauenrat.de/deutsch/infopool/informationen/informationdetail/back/11/article/kristina-schroeder-breitseiten-gegen-bundesministerin.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >fielen förmlich über sie her </a>- nicht zuletzt, weil sie “die Bedeutung von struktureller Ungleichheit für die  aktuelle Lage der Frauen in unserem Land leugne”, so in einem <a href="http://nichtmeineministerin.de/" target="_blank" class="external-link-new-window" >offenen Brief</a>. </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Unerfüllte Hoffnungen</strong><br /><br />Wie  viele Frauen hatten sich Hoffnungen gemacht. Endlich eine junge Frau  auf einem für die Chancengleichheit so wichtigen Ministerposten, eine  mit Baby noch dazu. Um so mehr schmerzt es nun, dabei zuzusehen, wie  sich Kristina Schröder um Kopf und Kragen schreibt und künftiger  Frauenpolitik die Berechtigung abspricht.<br /><br />Allerdings ist die Position, die Frau Schröder vertritt, für den Lebensabschnitt, in dem sie sich befindet, gar nicht so untypisch. Mit  dem ersten Sprößling frisch geboren und gewickelt, glücklich glucksend  auf dem Arm kommt mancher Frau der Gedanke: “Ist doch ganz einfach mit &nbsp;Beruf und  Kind. Alles easy. Wir sind emanzipiert.” Das unsanfte Erwachen kommt meist erst  Jahre später. Es dauert seine Zeit, bis sich die ersten Spuren zeigen  und man/frau merkt, dass die Hauptlast der Erziehung, Betreuung und  Haushaltsarbeit auf weiblichen Schultern lastet, und urplötzlich gar  nicht mehr viel Energie und Raum für “eigene Vorstellungen” übrigbleibt.  </p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Realitätsfremde Ansichten</strong><br /><br /><img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120425schroeder-emanzipiert-cover.jpg.jpg" border="0" height="394" width="240" alt="" />Nun, Frau  Schröder plädiert hier für Wahlfreiheit und argumentiert mit Eigenverantwortung.  Doch, in welchem Umfang können Frauen tatsächlich wählen, wie sie leben? Und wo stößt ihre Wahlfreiheit an Grenzen, die Männer nicht haben? Dass Kristina Schröder das  (noch) nicht so sieht, kann man ihr dabei gar nicht zum Vorwurf machen.  In ihrer persönlichen Erfahrung kam es bislang nicht vor, dass sie  etwas, das sie wollte, nicht tun konnte. Ihr stand das offen, was auch  einem Mann offensteht: Ministerin werden, eine Familie gründen und  kurze Zeit nach der Geburt wieder Vollzeit in den Beruf zurück, ohne  dass die Karriere gelitten hätte. Doch die Lebenswirklichkeit vieler  Frauen sieht anders aus. Deren Aufstieg wird gebremst, weil Kollegen,  die weder den Haushalt noch Kinder versorgen mussten, belastbarer und  zeitlich verfügbarer waren. Diesen Frauen nun zu erklären, das Familien-  und Frauenministerium betrachtet das als privates Problem, ist - gelinde  gesagt - wenig hilfreich. <br /><br />Ja,  es darf heute jede Frau den Lebensentwurf wählen, den sie mag. Die  Bedingungen und Konsequenzen des Lebensentwurfs kann sie aber leider  nicht mitgestalten - diese werden von der Gesellschaft abgesteckt. Und  damit die Gesellschaft wirkliche Chancengleichheit bietet, dafür  brauchen Frauen mehr Unterstützung. Das Buch liefert keine.</p>
<p class="bodytext"><strong><br /></strong></p>
<p class="bodytext"><strong>Hängematte statt Hamsterrad?<br /></strong><br />Wie  wirklichkeitsfremd Kristina Schröders Ansichten vom Leben einer Mutter derzeit noch sind, zeigt sie spätestens dort, wo sie argumentiert, Frauen hätten es  doch gut, weil sie sich mit einer bewussten Wahl für die Familie auch gegen  ein Leben im Hamsterrad entscheiden könnten. Überspitzt  formuliert unterstellt sie: Frauen würden sich bewusst gegen Karriere und für  Kindererziehung entscheiden, weil sie keine Lust auf das Hamsterrad  hätten, in dem ihre Männer stecken und sich abstrampeln. Das zeigt, dass  sie keine Vorstellung davon hat, wie erschöpfend und überfüllt ein Tag  für eine Mutter (ob berufstätig oder nicht) ist, die für die Kinder  da sein muss. Da ist nix mit Fingernägel lackieren. Das ist Hamsterrad.</p>]]></content:encoded>
			<category>Weibchenschema</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Fri, 27 Apr 2012 14:15:58 +0200</pubDate>
			
		</item>
		
		<item>
			<title>Warum das Betreuungsgeld der falsche Weg ist</title>
			<link>http://www.misstilly.de/artikel/artikel/warum-das-betreuungsgeld-der-falsche-weg-ist.html</link>
			<description>Es passt einfach nicht zu moderner Familienpolitik</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="bodytext">Obwohl  im Grunde eine von den Regierungsparteien längst vereinbarte Sache, wird derzeit erneut um das  Betreuungsgeld gerungen. Sogar innerhalb der CDU/CSU, auf deren  Betreiben hin immerhin die als “Herdprämie” verschriene Zahlung in den  Koalitionsvertrag von 2009 aufgenommen wurde, ist inzwischen von  einem <a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article106145066/Merkels-Union-streitet-ueber-Unfug-Gesetz.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >“Unfug-Gesetz”</a>  die Rede.</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>
<p class="bodytext"><strong>Einen Ausgleich zahlen - wofür eigentlich?</strong></p>
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<p class="bodytext">Nun, dass sich heute sogar die einstigen Schöpfer der ab 2013  einsetzenden Zahlungen für  Eltern, welche ihr Kind in den ersten drei Lebensjahren selbst zu Hause  betreuen, statt in eine Krippe oder Kita zu geben,  über Sinn und Signale zoffen, hat gute Gründe. Uta Rasche hat  hierzu einen ausgesprochen <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/debatte-ueber-betreuungsgeld-mehr-zeit-fuer-kinder-11713593.html" target="_blank" class="external-link-new-window" >klugen Kommentar</a> geschrieben. Denn, warum sollten Eltern, die Krippen und Kitas nicht in Anspruch nehmen, dafür einen Ausgleich erhalten?<br /><br /><em>“Einen  Ausgleich für die Nichtnutzung von Infrastruktur, gibt es auf keinem  anderen Gebiet. … Arbeitende Mütter zahlen überdies nicht nur für die  Kinderbetreuung, sie zahlen auch über die Jahre durch ihre Steuern ein  Vielfaches der Aufwendungen der öffentlichen Hand für die Krippen  zurück. Viele westliche Länder hinken jedoch mit dem Krippenausbau  hinterher. Das Betreuungsgeld soll offenbar auch die Enttäuschung von  Eltern mildern, die trotz des Rechtsanspruchs, der im kommenden Jahr in  Kraft tritt, keinen Krippenplatz erhalten werden.”</em><br /><br /><img class="imageright-im-absatz" src="uploads/RTEmagicC_20120412schaukel.jpg.jpg" height="167" width="250" border="0" alt="" />Und  vor allem: das Betreuungsgeld passt nicht zu einer heutigen  Familienpolitik, die Müttern und Vätern das Nebeneinander von Erziehung  und Erwerbstätigkeit erleichtern will. Im Gegenteil. Indem es Frauen  einen Anreiz bietet, ganze drei Jahre zu Hause zu bleiben, macht es eine  spätere Wiedereingliederung in den Beruf schwerer denn je. </p>
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<p class="bodytext"><strong>Alle wollen doch nur eines...</strong><br /><br />Wozu also ein Betreuungsgeld? Es gibt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Betreuungsgeld#Positionen_der_Parteien_in_Deutschland" target="_blank" class="external-link-new-window" >kaum gewichtige Argumente</a>  dafür. Stattdessen sendet es falsche Botschaften und beschwört dort  alte Konflikte (zwischen scheinbar “herzlosen Rabenmüttern” einerseits und vermeintlich ”rückständigen  Heimchen am Herd” andererseits) herauf, wo in einer vom Gleichberechtigungsvorsatz  geleiteten Geselllschaft längst Konsens bestehen müsste (nämlich dass auch eine  Frau und Mutter ihren Beruf ausüben können möchte und darf). Und es  treibt einen Keil zwischen die Familien, die verschiedene Stile bzw.  unterschiedliche Lebensentwürfe leben, aber am Ende alle dasselbe  wollen: Das Beste für ihre Kinder.</p>
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<p class="bodytext">Noch ist ohnehin nichts sicher. Bevor das Betreuungsgeld kommt, muss noch ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden. Und dass ein solches geräuschlos durch Bundestag und Bundesrat gewunken wird, ist bei dem momentanem Wirbel nicht zu erwarten.</p>
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<p class="bodytext"><strong>Andere Mittel und Wege</strong> <strong>beschreiten</strong></p>
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<p class="bodytext">Sinnvoller wäre es, über Modelle wie das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Familiensplitting" target="_blank" class="external-link-new-window" >Familiensplitting</a>  nach französischem Vorbild nachzudenken und Instrumente zu forcieren, die die  Erziehungs- und Familienarbeit aller Eltern honorieren - und zwar  unabhängig davon, ob diese “nebenbei” berufstätig sind oder zu Hause  bleiben.<br />Was denkt eigentlich unsere Familienministerin? Warum hört man ihre Stimme in der Debatte nicht?</p>
<p class="bodytext">&nbsp;</p>]]></content:encoded>
			<category>Reizthema</category>
			
			<author>redaktion@misstilly.de</author>
			<pubDate>Fri, 13 Apr 2012 11:40:12 +0200</pubDate>
			
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